Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis

burakumin, Dienstag, 25.10.2016, 19:40 (vor 3423 Tagen)2704 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 25.10.2016, 20:03

Der Archetyp des Ritters

In diesem Beitrag möchte ich einige Aussagen von @ebbes (von hier) aufgreifen.

Die in meinen Augen bemerkenswerten Aussagen sind für mich im Einzelnen:

1.
> Das Geistige ist für mich relevant.
2.
> Luxus und Bequemlichkeiten interessieren mich nicht. Machen nur schwach.
[quote]Natürlich sollten die Grundbedürfnisse abgedeckt sein.
[/quote]
3.
> Ich habe keine eigene Familie und nichts zu verlieren und
4.
> Lieber habe ich ein schweres Leben und einen Körper, der das meistert,
[quote]als ein leichtes Leben und der erste Krankenhausaufenthalt bringt mich in
das Grab
[/quote]
5.
> schlage auch zu, wenn es sein muss. Was aber zum Glück so gut wie nie vorkommt.

Bemerkenswert finde ich diese Aussagen deshalb, weil sie annähernd den Lebensregeln eines Ritters im archetypischen Sinn entsprechen:

(Zahlen entsprechend zu Oben:)

1. Völlige Unterordnung unter ein höheres geistiges Ideal.
2. Armut. Damit verbunden eine Unkorrumpierbarkeit durch Materielles.
3. Keuscheit bzw. sexuelle Enthaltsamkeit stellvertretend für die Herrschaft des Geistes über den Körper und seine Gelüste.
4. Körperliche Tüchtigkeit als Vorraussetzung für
5. Die Bereitschaft und der Wille zur Anwendung maßvoller Gewalt

Warum finde ich das Bekenntnis von @ebbes zu diesen Idealen bemerkenswert?

Weil meiner Ansicht nach der größte Verlust des Abendlandes durch die beiden Weltkriege die Ermordung unserer Ritterkaste, unseres Immunsystems, war. Dieses Ereignis stellt die dysgenische Katastrophe des Abendlandes dar und ermöglichte als Wegbereiter die heutige Kultur des Schacherns, des ungezügelten Hedonismus und des allumfassenden Götzendienstes am Mammon, welche die abendländische Seele infiziert und verdorben hat. Sie hat uns Menschen unter der Führung des fehlgeleiteten abendländischen Potentials zu einem alles verschlingenden Krebgeschwür auf der Erde werden lassen.

Das jüdisch-christliche Abendland fürwahr!

Die Kommentare auf den Beitrag von @ebbes haben mich traurig gestimmt, wiewohl sie sämtlich in ihrem Tenor nicht unerwartet kamen.

Die Zeichen der Zeit, so meine Wahrnehmung, werden nicht erkannt oder willkürlich ignoriert. Die Anbetung des Mammon ist Lebensziel. Ein "Genug" scheint nicht denkbar. Um diesem Gott zu dienen, werden sogar täglich fremde Ärsche geleckt, wie @BestAger1966 von sich und seiner Frau berichtet. Die Begriffe Opfer und Pflicht werden mit dem eigenen Selbstverständnis nicht mehr in Zusammenhang gebracht. Sie gelten nur für andere.

Ich bin sehr pessimistisch, was die kommende schicksalhafte Zeit betrifft. Dennoch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben.

Ein Schimmer der Hoffnung ist meiner Ansicht nach in Russland auszumachen. Dort hat sich die Ritterkaste in archetypischer Form erhalten können. Sie hat zudem nicht nur den Archetyp des weisen Herrschers hervor gebracht, sondern ihn bisher sogar erfolgreich beschützen können.

Dieser weise Herrscher hat zwar die Schacherer erfolgreich aus dem russischen Tempel verjagt, aber das Miasma ihres Geistes lingert noch im Äther.

Unser abendländischer Körper ist davon völlig durchdrungen. Er liegt im Sterben und mit ihm die ganze Welt. Diesen Prozeß werden nur Wenige überleben und wenn, dann nur Dank einiger Weniger, die dem ritterlichen Archetypus zuzuordnen sind.

Diese sind gegenwärtig Menschen am Rand der Gesellschaft. Sie werden geboren und nicht gemacht. Sie sind Außenseiter, denn ihnen fehlt die Motivation sich anzustrengen, um ein luxuriöses Leben führen zu können, nach dem sie kein Bedürfnis haben.

Es sind Menschen mit unerfülltem Pflichtgefühl in einer Welt ohne Pflichten. Menschen auf der Suche nach höheren Idealen in einer Welt der Beliebigkeit.

Es sind Aussenseiter, weil ihnen der Geruch des Blutes anhaftet, den andere instinktiv wahrnehmen. Und so werden die wenigen Hunde verstoßen, weil ihnen der Geruch eines Wolfes anhaftet. Der Hund aber ist ein Wolf und kann nichts anderes sein. Nur seine Ideale, die Liebe zum Hirten und sein Pflichtgefühl gegenüber seiner Herde, machen aus einem gewissenlosen Mörder einen Beschützer.

Der Lebensweg eines Ritters ist steinig und erfordert die Gemeinschaft als Rahmen und gleichzeitige als Bedingung - seine Bruderschaft. "Rockerbanden" und andere kriminelle Vereinigungen sind daher die pervertierten Ritterorden unserer Zeit. Statt den Ordensoberen vergangener Tage, welche die Ausbildung junger Brüder und die Einhaltung der Ideale überwachen, regiert auch dort der Mammon und sein Götzendienst steht im Mittelpunkt. Die wenigen echten Ritter, die ihr Weg dort hin verschlägt, werden durch die Mehrheit an ordinären Verbrechern verdorben.

In Russland wurden auch in diesem Fall die Zeichen der Zeit erkannt, denke ich.

Mit besten Grüßen

burakumin

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