Atomarsenal zum Schutz von Schiffen? Handlungsspielraum der USA/Russlands

Brauer, Montag, 24.10.2016, 00:00 (vor 3424 Tagen) @ burakumin3210 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 24.10.2016, 00:39

Guten Abend,

Deine Sorge ist rührend. Der russische Träger ist allerdings kein
Bisschen bedroht, weil er durch das größte Atomwaffen-Arsenal der Welt
beschützt wird.

Das wäre meiner Meinung nach in der Form nur in asymmetrischen Szenarien der Fall, wenn der Gegner eben keine Atomwaffen hätte (wie dem IS, aber da ist es wiederum nicht nötig). Gerade wenn der Gegner (R) nach einer eventuellen Versenkung "nackt" da steht, wird das mit abgestufter Vergeltung schwierig. Wenn die Russen im Gegenzug ein oder zwei US Träger versenken würden, was sollen die Amerikaner dann tun? Sie müssten, um es nicht total werden zu lassen, aber auch nicht, mangels adäquater Ziele ohne Drittstaatenbeteiligung, "nichts" zu unternehmen, einen großen konventionellen Krieg führen. Und da sehe ich, trotz aller Unkenrufe, auf mittelfristiger Ebene schwarz für Russland.
Russland stünde damit im Falle einer offenen Konfrontation in Syrien effektiv vor der Wahl Syrien aufzugeben, oder einen ausgewachsenen Atomkrieg zu führen.

Den USA stehen in der Syrien-Frage mehrere Varianten offen, mit entsprechenden Varianten Russlands. Natürlich gibt es sicher noch viele mehr, und mit Untervariationen. Eine Versuch einer groben Einteilung:

- "Flugverbotszone" = Offener Krieg gegen Assad und Russland.
Würde von den Verbündeten wohl nicht mitgetragen und auch sonst nicht legitimiert. Könnte, wie bereits beschrieben, nuklear in die Hose gehen.
Russland tut derzeit sein bestes, diesen Eindruck aufrecht zu erhalten. Erhöht den Einsatz und probt den Ernstfall.

- "Flugverbotszone light": Flugverbot über IS Gebiet. Würde wohl von den NATO Partnern mitgetragen, selbst im UN Rahmen, und wäre überhaupt unheimlich gut zu verkaufen. Russland bekäme kaum noch Luftzugang zu den Kampfgebieten.
"Blöderweise" haben sie genau für diesen Fall nun den Träger vor Ort, wodurch sie von der anderen Seite in die No-Flight Zone reinwirken könnten. Hoffentlich setzen sie ihn rechtzeitig auf eine Sandbank, um die Unsinkbarkeit herzustellen. [[zwinker]]

- "Weiter so": Weitere Unterstützung des IS, vielleicht etwas mehr Material. Scheint durch die ausgelösten Fluchtbewegungen den europäischen Vasallen etwas anstrengend zu werden, zudem droht die dauerhafte politische Hinwendung zu russlandfreundlichen Parteien. IS sieht im Moment auch nicht gerade erfolgreich aus, zumindest was Geländegewinne angeht.

- "Haken dran": IS aufgeben, evtl. Assad Bedingungen für Nachfolge aufnötigen.
Bedeutete aber praktisch das Ende der uneingeschränkten Herrschaft über die Region, wie sie seit 1991 bestand.


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