Spekulation
Ich habe das Gefühl, daß Russland im Fall Syrien nicht weichen wird und
die Angelegenheit bis zum bitteren Ende durchfechten will ...
gegebenenfalls bis zur gegenseitigen totalen Vernichtung. Das sollten sich
vor allem diejenigen hinter die Ohren schreiben, welche meinen in
Nibelungentreue zum Hegemon stehen zu müssen!
Das denke ich nämlich nicht.
Russland kann in Syrien nur "gewinnen", wenn es die Amerikaner dazu bringt, genau das zu glauben.
Damit der Bluff aber gelingt, müssen die Voraussetzungen stimmen, d.h. es müssen so wichtige/hochwertige Ziele vorhanden sein, dass im Falle eines offenen Konfliktes tatsächlich eine nukleare Eskalation zu erwarten wäre.
Die Russen können konventionell nicht ausreichend eskalieren, ihnen bleibt keine Wahl.
Zudem steht beiden Seiten offen, den Ukraine-Konflikt nach Belieben wieder anzuheizen. Da dieser für Russland unzweifelhaft die höhere Priorität hätte, müsste Syrien wohl aufgegeben werden.
Das war vermutlich auch der ursprüngliche Plan der NATO. Russland vor der eigenen Haustür binden (zum Einmarsch in die Ukraine provozieren), um dann an anderer Stelle Punkte zu machen.
Das Gefährliche ist, das Russlands Bluff-Strategie (oder das, was ich dafür halte), nicht von einer echten Kriegsbereitschaft zu unterscheiden ist und somit zu einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann.
Es könnte z.B. reichen, die Kusnezow zu versenken um die Russen auf Bluff zu testen. Wohin sollen die dann bitteschön noch eskalieren?
An der Stelle bliebe für die Russen nur noch die Aufgabe Syriens oder ein nuklearer Gegenschlag.