OT: Ausweispflicht für Katzen???
Hallo zusammen,
mir ist etwas sehr Unschönes widerfahren: Ich habe vor ein paar Jahren einen kleinen Kater bekommen. Er war ziemlich schwach und hatte vom Jagen keine Ahnung. Offensichtlich früh von der Mutter getrennt. Da ich hier im und um das große Haus Mäuse und Ratten hatte, gab ich ihm eine Chance. Also habe ich ihn erstmal ordentlich gefüttert, war mit ihm zusammen viel draußen, habe ihn zum Klettern motiviert usw.
Mit dem Jagen hat es aber nicht so richtig geklappt, außer Insekten interessierte ihn nichts. Also habe ich ihm ein lebende Maus gefangen und beide zusammen eingesperrt. Er war nur mäßig interessiert. Ich habe die Maus vor seine Augen getötet und die Gallenblase entfernt - die Maus hat er dann gefressen und ich werde nie seine Augen dabei vergessen. Ein erster kleiner Erfolg. Aber selbst fangen und töten klappte trotzdem nicht. Zumindest interessierten ihn jetzt Mäuselöcher.
Ein alter Mann riet mir, ihn mal eine Weile nur mit warmem Blut zu füttern, damit er sich an seine Raubtiergene erinnert. DAS hat funktioniert und er begann, selbstständig zu jagen. Anschließend trainierte ich ihn auf Ratten - mit Erfolg. Er war mittlerweile groß und kräftig geworden, Katzenfutter interessierte ihn nicht mehr, Nahrung musste warm und blutig sein. Später lernte er, selbstständig Eichhörnchen zu fangen und zu fressen (sic), aber er mochte nur die schwarzen, nicht die braunen...
Er war ein fleißiger sich selbst versorgender Freigänger. Er fraß eigentlich nur noch das Gehirn von Beutetieren, den Rest legte er täglich auf die Treppe vor dem Haus. Mir war das recht, tote Mäuse und Ratten sind besser als lebendige. Selbstverständlich hat so ein Kater auch ein sehr großes Revier und kam regelmäßig tagelang nicht zu mir. Wenn die Katzen rollig waren, kam er auch mal wochenlang nicht und erschien danach wieder - wohlgenährt und bester Laune. Immer mit glänzendem Fell und in sehr gutem Zustand.
Bis er dann mal nicht wiederkam. Nach 4 Wochen machte ich mir Sorgen, machte große Spaziergänge, suchte ihn im Wald, fragte alle Bekannten im Ort... vergeblich. Ich konnte mir nur vorstellen, dass er überfahren wurde, etwas anderes kam mir nicht in den Sinn.
Wie ich später zu meiner grenzenlosen Wut herausfand, passierte ihm folgendes: Irgendein debiler "Tierschützer" rief das Tierheim an, welches auch sofort anrückte und ihn einfing. Man war verwundert, dass er kein Halsband trug. Halsband? Freigänger? Geht´s noch?
Als nächstes prüfte man, ob er den "gechippt" sei. Ich hatte mal davon gehört, dass Omas ihre Pfiffis chippen lassen, falls sie sie vor dem Supermarkt vergessen. Man erklärte mir, dass dies für alle Haustiere Pflicht sei. Noch nie davon gehört. Als er mal nach einem Kampf mit einem Marder arg zerledert war, brachte ich ihn zu einem Tierarzt - der erwähnte so einen Quatsch mit keinem Wort. Jedenfalls erklärte man ihn im Tierheim zum herrenlosen Tier und schnitt ihm die Eier ab. Ein paar Tage später hat ihn eine junge Familie adoptiert - und sperrt ihn jetzt als Wohnungskatze ein. ZUM
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Ich widerstand erfolgreich allen Impulsen, sehr emotional und physisch zu reagieren. Fakt ist, meinen geliebten Jagdkater gibt es nicht mehr, nur einen lethargischen Eunuch, das Tierheim suhlt sich in Selbstgerechtigkeit ("konnten den Besitzer nicht ermitteln..." "haben uns auch gewundert, weil er so gut aussah..." Hättet ihr ihn einfach nicht eingefangen, ihr Vollidioten!), aber wer das verursachende A****loch war, werde ich schon noch rausfinden.
Habe ich rechtlich irgendeine Chance, den beteiligten "Menschen" das Leben legal zur Hölle zu machen? Ist die ganze Geschichte überhaupt rechtlich sauber? Gibt es in diesem Scheißland mittlerweile eine Ausweispflicht für Katzen, falls irgendein verfluchter Hilfssheriff eine Identitätsfeststellung anordnet? Auf welcher Grundlage agiert das Tierheim? Ich kann es völlig nachvollziehen, dass man verwahrloste Hunde einsammelt, aber was geht in einem Menschen vor, der eine offensichtlich gut genährte und kerngesunde Katze einfängt und dann zufrieden ist, sie "weitervermitteln" zu können???
Unabhängig von meiner emotionalen Involvierung fehlt mir jedes Verständnis für solche (*selbst-zensiert*) Typen. Wie leer und kaputt muss ein Leben sein, um auf so einen Trip zu kommen?
Ja, ich weiß, ich kann nichts rückgängig machen. Sehr bedauerlich. Hat jemand Infos, ob das Vorgehen der Beteiligten legal angreifbar ist? Oder ist das die neue Definition von "normal"? Wo bin ich hier bloß gelandet?
Danke fürs Zuhören,
Positiv.