mal sehen, wohin die Reise der Reedereien geht

so_gesehen, Donnerstag, 01.09.2016, 21:22 (vor 3466 Tagen) @ SevenSamurai1545 Views

Natürlich ist diese Entwicklung nicht ur an Hanjin hängen geblieben, sondern auhc alle anderen Reedereien sind von der Entwicklung der letzten Jahre betroffen.

Entsprechend haben sich im Frühjahr diesen Jahres die Großen mal wieder an zwei Tische gesetzt und zwei Allianzen auf den Weg gebracht, um ab Frühjahr 2017 alle mehr Sicherheit zu haben.

Anmerkung : gab es früher schon und hat immer nur in den Ziten funktioniert, wenn für alle genug Ware zum Verladen da war. Bei sinkenden Container Lieferungen aus China wird es nur zu einem weiteren Aussieben (auf Zeit) kommen.

Die Insolvenz der Hanjin Reederei brigt aber paar weitere Gefahren :

1. die Schiffe der Hanjin-Reederei werden in den Häfen zT festgesetzt und/oder nicht entladen (zumindest nicht die Container, die über Hanjin selber gebucht worden sind.

Container, die zB über Evergreen oder Cosco auf Hanjin mitgefahren sind, werden entladen (zumindest sollte es so sein)

2. Hanjin hat bei den größten Containerschiffe - wie andere auch - die Finanzierung über Kapitalgeber finanziert. Da nun die Schiffe nicht genutzt werden, fallen die täglichen Kosten (alleine Betriebskosten ca. 14.000€ pro Tag - ohne Liegeplatzgebühren) dennoch an und das wiederum können sie die Geldgeber nicht lange leisten.

Zudem fällt der Wert der Schiffe natürlich auch. Der Neupreis der 40m langen Pötte, die mehr als 19000 Container aufnehmen können liegt bei ~ 150Mio €

Also kommen nun viele große Kähne auf den Markt, die sich ein finanzkräftiger Investor kaufen könnte...

3. Hanjin hat mi 21+3 Tagen die weitaus schnellste Containerroute von China nach Europa (Hamburg). Alle anderen Reedereien brauchen 26-28 Tage.
Zuerst erscheint das nicht als großer Unterschied. Dennoch wird es beim Import nach Europa bei einigen Produkten zu Verzögerungen oder zur nicht Lieferfähigkeit kommen.

4. Die anderen Reedereien werden nun natürlich versuchen höhere Raten im Markt durchzusetzen. Aufgrund des schwachen € wird sich das auch auf die Einstandspreise und zuletzt auch auf die Endkundenpreise auswirken.

Aber der schwache € ist ja eh gut für D´s Export-Wahn *ironie aus*

Ein starker € macht nicht nur das Benzin für die Verbraucher günstiger, sondern läßt es auch zu, das Produkte in Asien zu attraktiven Preisen eingekauft und hier verkauft werden können.

Ein nicht Verkauf der Waren bringt der deutschen Wirtschaft gar nichts. Zumal - nicht wie früher noch - die Chinesen günstige (Entschuldigung früher auch als billige) Arbeitskräfte gestellt haben.

Desweiteren ist ein schwacher € aus meiner Sicht nur dazu da, um D´s Exportwahn zu befriedigen, auhc wenn die meisten Geschäfte auf Kredit gemacht werden und die Rückzahlung der Kredite dann im Rahmen von Rettungspaketen vom
deutschen Steuerzahler selber bezahlt werden.

So genug geschrieben... bei den Reederein wird/bleibt es spannend.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.