Keine Frage des "Ob", sondern nur des "Wann"

Phoenix5, Freitag, 19.08.2016, 23:06 (vor 3478 Tagen) @ Rybezahl3150 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 19.08.2016, 23:26

Japan ist im debitistischen Zyklus schon weiter (siehe Staatsschuldenquote) und wird als erstes Land damit beginnen. Dort ist es auch wesentlich einfacher, weil der Staat hauptsächlich beim eigenen Volk verschuldet ist. Am Ende eines debitistischen Zyklus steht immer Nettogeld.

So richtig glaube ich noch nicht daran, aber wir können oder wollen es
uns ja nicht eingestehen oder zumuten, dass es so nicht ewig geht. Also
wird es konsequenterweise kommen.

Es muss kommen, da Staatsverschuldung und Null-Zinsen in der letzten Phase des Debitismus nur temporäre Lösungen sind, welche die notwendige deflationäre Kontraktion hinauszögern, aber nicht verhindern können.

Direkt an die Bürger ausschütten wird deflationäre Folgen haben
(Kredite werden getilgt) und so den erhofften Kick gleich wieder
auffressen.

Wenn netto-Geld zur Kredittilgung verwendet wird, ist das nicht deflationär, da dann dem, durch diesen Kredit geschöpften Geld keine deflationsfördende Leistung in der Zukunft gegenübersteht (um den Kredit tilgen zu können). Das ist also sehr wohl inflationär. Der Punkt beim netto-Geld ist, dass sich die Inflation fast ausschließlich beim Nominalwert des Geldes abspielt, d.h. die Preise steigen zwar, aber die Löhne bleiben zurück (bestenfalls steigen sie am Beginn der Nettogeldausschüttung kurzfristig aufgrund einer wirtschaftlichen Scheinblüte, die aber nicht nachhaltig sein kann), der Schuldendruck (Leistung zur Kredittilgung) wird abgewürgt (was für ein System, das auf ewiges Wirtschaftswachstum angewiesen ist, Gift ist) und es findet eine Flucht aus den Staatsanleihen statt, ebenso wie ausländische Investoren und Geldgeber einen solchen Staat meiden. Ist das gemeine Volk Erst-Empfänger des netto-Geldes, so entwertet das die Steuer am Monatsende, d.h. der Staat muss laufend seine Steuern erhöhen, um den gleichen Wert einzusacken. Sind Industrie, Banken und Geldadel Erst-Empfänger, haben sich die Preise schon erhöht, bevor das Volk irgendeinen Benefit davon hat.

Conclusio bleibt: Nettogeld verwässert die Währung bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Kontraktion, also eine Art inflationäre Dauerrezession. Da eine einmalige Ausschüttung von netto-Geld keinen nachhaltigen Effekt hat und gleichzeitig eine längerfristige Ausschüttung zu obigen Problemen führt, kann der Staat eine einmal begonnene Inflationierung in einem gesättigten, hochkomplexen Wirtschaftsraum (wie im Westen) nie wieder stoppen. Siehe hierzu:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=396102

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=398089

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=398093

Beste Grüße
Phoenix5


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