Ja, ich habe "Autobahn" gesagt und erkläre jetzt den Utilitarismus samt Systemfrage abschließend für alle nachfolgenden Generationen.
nn ich jetzt ein bisserl bös' wäre, tät' ich darauf hinweisen, daß
es in Deutschland schon einmal so eine Bewegung gab, die Sätze à la
"Gemeinwohl geht vor Eigennutz" oder "Du bist nichts, dein Volk ist alles!"
propagierte.
Der Utilitarismus sagt, dass das Wohl der Vielen mehr wiegt, als das Wohl des Einzelnen. Das lässt viel Raum für Interpretationen. Beispielsweise Deine. Aber ist sie auch stimmig? Ich versuche dem mal auf den Grund zu gehen...
Aber mit der Nazi-Keule zu fuchteln ist eher nicht meine Art ...
Sag es ruhig, wenn Du Dich blamieren willst. Ich sag weiter unten extra "Autobahn" für Dich...
Das, was Sie als "Utilitarismus" bezeichnen, ist in Wahrheit jedoch ...
Kollektivismus. Den kann man mögen oder nicht (ich eindeutig nicht!), aber
man sollte ihn nicht als Utilitarismus verkaufen wollen, denn das ist, mit
Verlaub, Etikettenschwindel.
"Autobahn"
Daß die Marktwirtschaft übrigens "das utilitaristische TÜV-Siegel"
längst erhalten hat, ist eine Binsenweisheit: da zum Markt bekanntlich
Angebot und (v.a.!) Nachfrage gehören, kann es nur eine Marktwirtschaft
geben, wenn nachgefragt wird. Und da die Leute Dinge, die sie nicht
wollen/brauchen bekanntlich nicht nachfragen, ist der Gemeinnutz quasi
automatisch gegeben.
Zur Autobahn:
Aus marktwirtschaftlicher Sicht, rentierte sich der Bau einer Autobahn mur bei entsprechenden Einnahmen zur Gegenfinanzierung und Ertragsaussichten.
Kein Unternehmer hätte damals den bayerischen Wald per Autobahn erschlossen, in dem saisonal bis zu 40 Prozent Arbeitslosigkeit herrschte.
Außer F.J. Strauß. Er baute die Autobahn zum Wohl der Vielen mit Steuergeld der Vielen (auch wenn der Einzelne das tragen muss). Gleich die nächsten Jahre blühte die gesamte Region auf und trug dazu bei, Bayern zu dem zu machen, was es heute ist. Hat sich inzwischen 1000-fach gerechnet.
Wie soll ich sagen: Marktwirtschaft braucht manchmal einen gutgemachten "Anschubser". Die utilitaristischen Chinesen wissen das auch, wenn sie das Gemeinwohl der Vielen im Blick haben und so Sachen wie Megastaudämme durchziehen.
An dieser Stelle können wir gleich 100 Postings überspringen und ich komme zu den Schattenseiten des chinesischen Utilitarismus, der sich auch am Staudammbeispiel zeigt: Als Individuum bist Du der Arsch, wenn Du so einem Megaprojekt weichen musst.
Daher muss das Wohl des Einzelnen auch durch individuelle Bürgerrechte gesichert sein. So wie...
...im bayerischen Wald beispielsweise.
Sagt der Österreicher, der LePenseur halt ist ...
Seit ihr beim Schließen der Balkanroute mitgemacht habt, gibt es von mir nur noch Respekt, Dank und keine dummen Ösi-Witze mehr.