Ich wünsche dem Mittelständler viel Spaß in Mexiko

Plancius, Sonntag, 19.06.2016, 20:23 (vor 3531 Tagen) @ Sligo3280 Views

Durch meine Tätigkeit im SAP Geschäft habe ich mehrere SAP Implementierungen im und Rollouts ins Ausland durchgeführt. Gerade in den Bereichen Vertrieb und Finanzbuchhaltung kommt man hier notgedrungen mit den lokalen rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen in Berührung.

Hier kann ich sagen, dass Mexiko neben der Ukraine, Russland und auch Polen eines der am bürokratischsten Länder ist. Jede Rechnung, die in Mexiko an den Kunden geschrieben wird, muss beim dortigen Finanzamt angemeldet werden und bekommt eine eindeutige Nummer, die auch auf der Rechnung ausgewiesen werden muss. Die Stornierung eines falsch gebuchten Geschäftsvorfalls, wie z.B einer Rechnung, ist in Ländern wie Mexiko ein sehr aufwändiger Vorgang und kommt einer EDV-technischen Katastrophe gleich. Überhaupt ist die durchgängige EDV-gestützte Abbildung von Geschäftsprozessen in solchen Ländern wie Mexiko kaum durchführbar. Es können deshalb auch keine Produktivitätsgewinne in diesem Umfeld realisiert und abgeschöpft werden.

Ich bin daher nach wie vor sehr skeptisch, wenn deutsche Firmen im Ausland ihr Glück versuchen. Viele haben sich dort schon die Finger verbrannt. In der Ukraine z.B. trägt selbst der Speiseplan in der betriebseigenen Kantine einen Stempel von der örtliche "Steuerpolizei" (ja so wir dort tatsächlich das Finanzamt genannt). Und bei ausländischen Firmen ist man besonders pingelig.

Den richtigen Weg sind die baltischen Länder gegangen. Dort hat mein ein sehr einfaches Steuersystem etabliert, wo praktisch jeder Laie seine Unternehmenssteuern via Internetplattform anmelden kann.

Gruß Plancius

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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