Wenn ich richtig gehört habe, beginnt Petry zu differenzieren.
Ich hatte den Eindruck, dass bei der AfD nun unterschieden wird zwischen
1. Asylanten (politisch bzw. religiös verfolgte Personen)
2. Kriegsflüchtlingen (Aufenthalt auf Zeit)
3. Migranten (Wirtschaftsflüchtlingen)
Wenn ich das richtig verstanden habe (ich sehe die Vorträge nur gelegentlich),
dann werden die Punkte 1. und 2. inzwischen von der Führungsriege der AfD als angemessen betrachtet.
Punkt 3 lässt sich nur mit einem Einwanderungsgesetz bewältigen
Die Partei verfügt in Baden-Württemberg über intellektuelles Personal. Dies hat offenbar seine Handschrift hinterlassen.
Die Hauptauseinandersetzung der Führungsriege der Partei scheint sich nun auf das Thema "Politischer Islam" zu konzentrieren. In diesem Zusammenhang gab es eine Gesprächrunde zwischen AfD und dem Zentralrat der Muslime. Dort gab es nach einer Stunde einen Eklat und die AfD verließ die Gespräche. Sie wurden wohl mit den Nazis gleichgesetzt lt. Petry. Petry greift allerdings in diesem Zusammenhang eine interessante Tatsache auf, die auch von muslimischen Intellektuellen sehr kritisch betrachtet wird: Der Zentralrat der Muslime soll lediglich 10.000 Mitglieder vertreten. Viele Muslime fühlen sich vom ihm nicht vertreten. - Diese Thematik hat Petry nun aufgegriffen. Daneben beschäftigt sie sich mit der Problematik "Politischer Islam - Grundgesetz".
Ich denke, dass sie mit diesen Themen genau die Dinge ansprechen, die vielen Menschen auf der Seele liegen. Die Beziehung zwischen Grundgesetz und politischem Islam muss zu einer gesellschaftlichen Diskussion führen. Auch im Interesse der hier lebenden säkularen Muslime.
Ansonsten hat sich Petry zum Thema "Renten" und "Familie" geäußert. Und zwar überhaupt nicht populistisch, sondern sehr direkt. Verlängerte Lebensarbeitszeit (wie auch immer das gehen mag - aber die Fachkräfte wird man auch nach dem 63. Lebensjahr noch brauchen) wird kommen. Die gut ausgebildeten Frauen wird man auch dringend benötigen. Und das Thema "Familie" ist nun wirklich in den letzten Jahrzehnten sehr ins Hintertreffen geraten. Stichwort: Familiensplitting anstelle von Ehegattensplitting - ebenfalls das einzig Vernünftige.
Wenn ich mir diese Themen so anschaue, dann treffen sie wirklich den Nerv der Zeit. "Verbalinjurien" und derbe "Pöbeleien" von "Funktionären" dürften wohl zukünftig sanktioniert werden.
Damit würde sich die Partei in den Bereich der "Wählbarkeit" für "schwankende" Bürger bewegen und in einigen Ländern auch in den Bereich der Koalitionsbildung vorstoßen. In BW z.B. trugen einige der AfD-Leute jahrelang für andere Parteien politische Verantwortung. Da die Menschen sehr stark Personen wählen, ist es also kein Wunder, dass die AfD in BW so hohe Ergebnisse erzielt hat.
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