Gefühl schlägt Vernunft
Davon abgesehen ist Trump zwar ebenfalls zwielichtig, aber trotzdem
weitaus charismatischer als Clinton. Er hat eine deutlich einnehmendere
Präsenz als Clinton. Das allein macht schon extrem viel aus.
Gefühl schlägt Vernunft. Das ist (auf die Masse bezogen) immer schon so gewesen. Es handelt sich praktisch um ein Naturgesetz, wie die Schwerkraft. Was Trump sagt ist eigentlich egal. Wenn die Mehrzahl das Gefühl hat, "das ist einer von uns", werden sie ihn wählen. Bei Reden ist der sachliche Inhalt vernachlässigbar klein, aber es ist sehr erheblich, WIE du etwas sagst. Man kann den größten Mist erzählen, und alle werden dir zujubeln, wenn du die Zuhörer "mitreißt". Da muss man sich nur einige Youtube-Blogger ansehen, die den ganzen Tag Schrott erzählen, dies aber sehr unterhaltsam (und erfolgreich) gestalten. Dieses Prinzip ist das gleiche wie in der Politik. Wir sind alle Menschen, die nach den gleichen Gesetzen funktionieren. Aber es wirkt natürlich nur, wenn die Menschen nicht wissen, nach welchen Gesetzen sie funktionieren. Das ist der Witz an der Geschichte. Sobald dies durchschaut ist, verpuffen eigentlich alle rhetorischen Tricks und Manipulationsversuche.
Lüg' das blaue vom Himmel herunter, und alle werden dich wählen. Argumentiere sachlich, vernünftig -> dann landest du, wenn du Glück hast, in irgendeinem Experten-Ausschuss. Das ist doch im normalen Leben auch so: Niemand will die sachliche Vernunft, welche immer ehrlich ist und gefühlskalt wirkt. Man will Leidenschaft, Emotion, Lügen, Charme usw. Jede "Verführung" von Frauen baut doch darauf auf. Und genauso schnell zerfallen diese leidenschaftlich geschlossenen Ehen üblicherweise wieder.
Grüße,
Prophet