Wir brauchen Inflation
Trumps Auesserung zum Gelddrucken basierte sicher mehr auf Unkenntnis
unseres Geldssystems (so wie bei 80% aller Politiker wohl auch) als auf
Teil eines Plans.
Vielleicht ist es aber genau umgekehrt, und die „Unkenntnis“ betrifft die Vorstellung, dass staatliches „Gelddrucken“ total nicht gehen würde. Die „Kenntnis“ beträfe also die umkehrschlüssige Vorstellung, welche sich auch plausibler weise damit erweitern ließe, dass die Völker (natürlich einschließlich aller „Experten“) gezielt getäuscht (also in Unkenntnis versetzt) wurden, um sie dieser natürlichen Option zu berauben. Trump mag ja auch ohne eine tiefe Kenntnis darauf gekommen sein, aber dass Trump keine Gründe kennt, die gegen das Gelddrucken sprechen, bedeutet nicht notwendigerweise Unkenntnis, sondern möglicherweise nur, dass es keine (oder keine hinreichenden) Gründe gibt.
Wir befinden uns in einer historisch transistorischen Phase, einer
Transformation in eine neue Weltordnung des Geldes.
Irland ist bereits bei
100-jaehrigen
Staatsanleihen zu 2.35%, allerdings noch ueber "Maerkte", die
allerdings wiederum schwer unter Drogen (QE). Wenn man eine Saite auf der
Geige immer staerker spannt, wird sie folgerichtig irgendwann reissen. Man
muss sie gar nicht durchschneiden, einfach immer staerker spannen.
Wenn Irland solche kuriosen Anleihen emittiert, dann bedeutet das doch, dass die irländische Regierung auf „Gelddrucken“ verzichtet. Worin also auch immer das von dir angedeutete Problem nun bestehen mag, es wäre unter der Nutzung der diskutierten Option hinfällig/gelöst. Übrigens scheint mir der Vergleich von „QE“ (quantitative easing) mit einer Droge nicht sinnvoll. Allerdings sollte der entsprechend niedrige Notenbankzins auch nicht als ein Zins im eigentlichen Sinne aufgefasst werden. Zinsen sind ein Phänomen der Märkte, ergo des Privatsektors. Die Zentralbank ist ein Monopol, und die Natur des Monopols ist prinzipiell die Natur des Staates (so wie umgekehrt), also nicht privat. Das Private ist das Gegenteil, also das Vielfältige. So bildet sich der Notenbankzins auch nicht aus den Marktkräften und ist in diesem Sinne auch immer willkürlich – ist also Politik. Politik kann wiederum immer für oder auch gegen die Wohlfahrt der Menschen gerichtet sein.
Aus dem Stelter-Blog:
Zunächst hatte Trump davon gesprochen, Staatsanleihen mit Abschlag
zurückzukaufen. Kritiker meinten dann, dies mache weitere Schulden
erforderlich, worauf hin Trump erklärte, den Rückkauf mit neu
geschaffenem Geld finanzieren zu wollen. „CNN was not alone in calling
the notion of printing our way out of debt recklessly inflationary. But
would it be? The Federal Reserve has already bought $4.5 trillion in
assets, $2.7 trillion of which were federal securities, simply by
“printing the money.“ – bto: Richtig ist: Im Zustand der
Überschuldung ist es schwer, so viel Übernachfrage zu generieren, dass
Inflation entsteht. Diese entsteht nur in den Märkten für
Vermögenswerte.
Inflation bedeutet steigende Preise, und steigende Preise bedeuten steigende Nachfrage. Es ist eine politische Entscheidung ob und wie viel zusätzliche Nachfrage über die Notenbank finanziert werden soll, also wie hoch die Inflation ausfallen soll.
„The combination of fiat money and Globalization creates a unique
moment in history where the governments of the developed economies can
print money on an aggressive scale without causing inflation. They
should take advantage of this once-in-history opportunity.“ – bto: Ja,
das hat was.Ohne jegliche Inflation - das bezweifle ich. Die Saite spielt halt noch,
solange sie gespannt werden kann. Aber selbst die Inflation der
Vermoegenswerte treibt die Preise hoch, natuerlich nicht die, die von den
Statistiken erfasst werden. Es dauert nur laenger, bis gestiegene
Immobilienpreise ueber die Mieten auf die Loehne durchschlagen. Die
Inflation laeuft sich schon warm und sie kann dann auf andere Bereiche
schnell ueberschlagen. Das System ist nur traege, aber es reagiert bereits,
wenn man genau hinsieht. Insofern ist die Feststellung sehr truegerisch,
dass bei der naechsten Stufe der Nettogeldverteilung das dann voellig
inflationsfrei ueber die Buehne gehen wuerde.
Wir wollen die Staatsschulden loswerden – also entwerten. „Schulden“ und „Geld“ sind identisch, also wollen wir eine Geldentwertung. Die typische Form einer Geldentwertung ist die Inflation, also wollen wir auch Inflation. Es mag taktisch klug sein, im Wahlkampf zu behaupten, dass die Preise „stabil“ bleiben. Was unter „Preisstabilität“ zu verstehen sein sollte, ist schwer zu vermitteln, und der politische Gegner ist grundsätzlich populistisch und nützt die diffuse Angst vor der Inflation aus. So ähnlich wie auch hierzulande nun auch eine Sahra Wagenknecht behauptet, dass die AfD auf Kinder schießen lassen will. Also die selbe Leier wie auch die anderen Parteien und das gesamte Kartell, von dem sie uns ja befreien will.
Eine an der Wohlfahrt der Menschen orientierte Politik sollte auf ein beständiges Maß von monetärer Inflation hinauslaufen (vielleicht 10%). S.g. Preisstabilität im Sinne von 0%-Inflation erscheint nur trügerischer weise sinnvoll, wäre in Wahrheit aber schädlich.
Ausserdem, kein Praesident kann einfach Geld drucken. Dafuer braucht er
den Kongress. Und dort sitzen die Lobbyisten der Privaten, die den Staat
vorfinanzieren (so wie die Privaten den Staat schon immer vorfinanzieren).
Ob er das könnte und überhaupt auch wollte, weiß ich nicht. Dass die Privaten den Staat vorfinanzieren ist aber schon mit dem Hinweis zu verwerfen, dass es ohne den Staat auch keine Finanzen geben kann.
Sie koennten also prinzipiell kein Interesse an der Abwertung ihrer
Vorschuesse haben. Aber es haengt auch davon ab, wie diese Vorschuesse
heute verteilt sind. Trumps Gepoltere koennte also sehr nuetzlich fuer
einige der Lobbyisten sein. Letztendlich wird in den USA immer das gemacht,
wo eine einflussreiche Lobby den groessten finanziellen Nutzen hat, egal
wie hoch die Kollateralschaeden sind.
Ja, die Enten sollten nicht unbedingt den Fuchs entscheiden lassen, was zu Abend gegessen werden soll.
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... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...