H/S Eigentumsökonomik war der dritte Schritt vor den 1. und 2. gesetzt

Silke, Montag, 23.05.2016, 11:50 (vor 3555 Tagen) @ BerndBorchert2036 Views
bearbeitet von Silke, Montag, 23.05.2016, 11:58

Lieber Bernd,

Ich hab mir das Video in Min. 25 angesehen.

Wie das?

Alles, was er sagt, finde ich
kleinkariert und detailversessen und schlecht erklärt.

Aber immer interessante Ansätze zum eigenen Nachdenken und Nachlesen.

Fehlender gesunder Menschenverstand: "Warum sind Kindestötungen im
Abendland nicht erlaubt?" Die Frage ist doch umgekehrt: "Wie kann es
Kulturen geben, in denen das erlaubt ist?".

https://de.wikipedia.org/wiki/Kindst%C3%B6tung#Geschichte

Dass die Chronologien nicht stimmen sollen: Ganz schlecht erklärt, und
sein Beweis sind ein paar gefundene Glassteinchen?

Archäologische Interpretationen sind ebenfalls ein Machtderivat.

Beim interessanten Thema 'Entstehung des Geldsystems' verliert er sich
wieder bei Thema Chronologie. Was soll die Romulus-Geschichte? Und dass
Besitz ungleich Eigentum ist - das weiß jeder, das braucht er nicht zu
erklären.

Das bezweifle ich [[zwinker]].

Meine Auffassung:
Eigentumsökonomikist wichtiges Wissen...
wenn sie eingebettet ist in Machttheorie und Debitismus als Ganzes.

Liebe Grüße
Silke

@dottore bringt sein Problem auf den Punkt:
"Es bleibt aber eine Schalmeientheorie (Friede, Freude, Eierkuchen, Freie, Freiwilligkeit, usw.), die den Schuldendruck zwar hereinbittet (aber, bittschön, nur den justiziablen privaten) und völlig klar durchexerziert, aber eben den Schuldendruck ex coercive power; dabei Obereigentum der HERRschaft als coercive asset nicht behandelt, sondern nur die Ergebnisse der obrigkeitlichen Besicherungs- und Erzwingungsmöglichkeiten, von denen der Privatsektor bei dessen staatsinduziertem Wirtschaften "profitiert"."

und:
"Gunnar hebt so gern auf die Gründung Roms ab ("roma quadrata"), die er völlig richtig als revolutionären Akt interpretiert. Dass dabei Remus erschlagen wurde, hätte ihn stutzig machen müssen. Romulus war eben der neue Machthaber. Heinsohn (GuZ, 18): "Aber die, die mit dem Eigentum angefangen haben, sahen nicht voraus, dass sie sich damit die Basis für Zins und Geld eingebrockt hatten." Stimmt. Aber die Basis unterhalb der Basis, jene, auf der Eigentum, Zins (Abgabe zunächst, erzwingbar, dann Privatzins, vollstreckbar!) und Geld (Abgabengut, stets macht-definiert bis heute!) überhaupt nur liegen können, ist nun eben Macht.
Rekonstruktion heißt re-construere. Jede Struktur hat eine Basis oder sie ist keine. Das Ergebnis meiner Buddelei (Dank vieler, schon erwähnter Hilfen, gerade auch aus diesem Forum!) war für mich nicht minder überraschend als es Archäologen ergeht, wenn sie unter "früheren" heidnischen Schichten"spätere" christliche finden, o.ä"

"Ich bitte auch zu bedenken, dass ein solcher "Gesellschaftsvertrag" nicht nur das Übliche (wir Bürger sehen ein, dass wir einen Vertrag schließen müssen, so sähe unser Entwurf dazu aus) enthält, sondern immer eine bisher nicht existente völlig neue und bis dahin unbekannte Rechtsperson schafft (Polis, Staat, Fiskus, usw.). Diese neue und zusätzliche Rechtsperson ("öffentlich-rechtlich", logisch, da es keine privatrechtliche "Company" gewesen sein kann, die immer einzelpersonenbezogen sein muss) hat jetzt Rechte, sonst wäre sie keine Rechtsperson. Sie ist eigentums-, besitz- und forderungsfähig. Sie ist Macht. In sie kann geklagt werden, aber sie kann nicht angeklagt werden, da keine Person, sondern eine Fiktion. Dies haben die Gesellschaftsvertrags-Fetischisten bisher leider übersehen."

@Ashitaka haut in die gleiche Kerbe:
„Die Schuld ex nihilo, die Abgabenforderung der Zentralmacht, sie ist die erste systematische Voraussetzung für die Entstehung von Eigentumsrechten und die Entfaltung der Wirtschaftsräume. Eigentum kann ohne das finanzierte Zentralmachtsystem (seine Gewalten) nicht entstehen, da keine Rechtsordnung mangels Rechtsinstitut entstehen kann. Eigentum ist eben keine bloße Sachherrschaft, sondern die umfassende Sachherrschaft, die eine Rechtsordnung zulässt (d.h. dem Subjekt einräumt und verteidigen kann).“

„Ohne Abgaben-/Steuerschuld wäre mangels vorhandener Besicherung der Verschuldung der Zentralmacht nichts davon finanzierbar. Es geht eben immer ursächlich darum, dass die Zentralmacht einen wie auch immer von den Untertanen verlangten Kapitaldienst leisten kann (Redistribution, Staatsausgaben). Sie kann nicht nur versprechen. Die Abgaben bringen den systematischen Zeit- bzw. Termindruck ursächlich ins Spiel.“
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=355803

oder etwas bissiger vom @dottore:
Der Staat ist ex definitione ein Killer (Kriege) und es daher für den Menschen schon aus Selbsterhalt angesagt, ihn zu beseitigen. Auch Finley/Finkelstein und Heinsohn sind Staatslakaien, da sie ex mit Gewalt und ex nihilo eingetriebenen Steuern ihr Dasein fristen. Jegliche "Wissenschaft" aus Lakaienmündern ist fragwürdig.


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