"Alexander von Humboldt-Reise" ab Temuco bis Ushuaia

Blum, D, Dienstag, 03.05.2016, 13:43 (vor 3573 Tagen) @ el_mar1973 Views

Wenn Du die Welt erleben willst, wie sie auch einmal war, wild und ursprünglich, aber auch vertraut, gerade für Deutsche, dann reise nach sofort in den Süden nach Temuco (Schwarzwaldhäuser, Ideal-Vulkane, idyllisch).

Chile als Streifenstaat hat hervorragende Busverbindungen, man kann über Nacht auf Liegesesseln fahren (24 Plätze pro Bus). Das Land ist gut organisiert, manches wirkt stimmiger und klarer als bei uns. Ich würde mir die Touren zeitlich so planen, dass Du bei Tag dort vorbeikommst, wo es etwas zu sehen gibt und nachts an den Wüsten vorbeifährst, wo sich auch nach vielen Stunden Fahrt nichts draussen abwechselt.

Von dort aus weiter nach Puerto Montt, dann weiter nach Puerto Natales, um in den Torres del Paine Nationalpark zu kommen.

Die Vicunias haben mich neben der überwältigenden Natur schwer beeindruckt. Diese Tiere waren so menschenfreundlich und vertraut wie nicht alle auf Galapagos. Das liegt an der Einsamkeit hier, es gibt wenige Feinde, viel weniger Tourismus als auf Galapagos und so wächst Vertrauen. Die sind hergesprungen und wollten Kontakt.

Landschaftlich sind Erinnerungen an Norwegen oder Schweiz angeklungen.

Wenn man schon so weit gereist ist, nicht überall hin kann geflogen werden, die Straßen werden schlechter, also dann sollte man weiter nach Punta Arenas und Ushuaia.

Feuerland ist verbunden mit dem Gefühl von Weite und dem lokalen Weltenende. Caspar David Friedrich hätte hier auch gerne gemalt, wenn ihm der starke Wind nicht immer die Staffel zerstört hätte. Ich persönlich habe im Süden Chiles Wind erlebt wie noch nie an Land. Die Welt liegt da einfach ungeschützter.

Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen, sie rücken das Allmachtsgehabe des satten Großstädters und des wattierten Reisenden wieder in ein realistischeres Licht.

Wochenlanges Wandern in dieser Gegend, die infrastrukturell für Wanderer hervorragend ausgebaut und organisiert ist (sein muss, die Natur kann gnadenlos sein), ist ein Traum, den ich noch verwirklichen will.

Blum

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It's not what you don't know that gets you into trouble, it's what you know that just ain't so that gets you into trouble. (Satchel Paige)


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