Ich würde das nicht verallgemeinern
Moin,
ich würde nicht von Griechenland auf andere Länder schließen, wenn es um den Schuldendruck (abgelesen am "Discount") von einzelnen Branchen geht.
Hier in GR ist die Gemengelage allein deshalb nicht repräsentativ, weil wir a) auch schon vor der Krise keine nennenswerte produzierende Industrie hatten und b) die Belastung mit Steuern und Abgaben der einzelnen Marktteilnehmer so unterschiedlich (besser gesagt: So unterschiedlich wahnsinnig) ist, dass sie demzufolge auch unterschiedlich stark unter Druck gerieten. Das auszuführen, würde jetzt zu weit gehen.
Das Einzige, was ich vielleicht in aller Kürze anmerken kann (da ja viele hier GR als Beispiel für das sehen, was anderen Ländern erst noch blüht): Wer hier gut zu tun hat, sind alle Reparaturbetriebe. Vom Auto angefangen über den Rasenmäher, Fernseher bis zum Schuster oder Schneider. Muss ich nicht weiter ausführen, warum. Und: Wer hier gut ist, schnell, zuverlässig (und in der Lage, Ersatzteile - preisgünstig und schnell - zu organisieren, der hat mehr zu tun als vor der Krise. Weil die, die das nicht konnten, vom Markt verschwunden sind.
Marktvorteil ist natürlich auch, entweder gar nicht auf Lieferungen (etwa für Ersatzteile) aus dem Ausland angewiesen zu sein (wegen der Kapitalverkehrskontrollen, es ist immer noch quasi unmöglich, was ins Ausland zu bezahlen) oder aber einen inländischen Gebrauchtmarkt zu kennen.
Oder aber, man war so piffig und hat rechtzeitig (also Anfang letzten Jahres) ein Konto im Ausland eröffnet und lässt die Zahlungen dort drüber laufen (genauso, wie man seine Guthaben dann da hat. Das geht ja auch für Geschäftskonten).
Wie gesagt, wir haben hier noch so einige, ganz spezielle Umstände, die neben der heftigen Depression das Verhalten der Marktteilnehmer kräftig beeinflusst.
Viele Grüße
Gaby
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"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci