Was kostet das Leben der 19 jährigen Miriam? Für Erkan und Firat 150 Sozialstunden.

Tünnes, Donnerstag, 14.04.2016, 20:49 (vor 3591 Tagen)7833 Views

http://www.welt.de/vermischtes/article154368708/Bewaehrung-und-Sozialstunden-nach-toedl...

Die 19-jährige Studentin Miriam war am frühen Abend des 14. April 2015 mit dem Fahrrad auf dem Radweg unterwegs, als Erkan F. mit seinem BMW gegen die junge Frau krachte. Der junge Türke war damals mit fast 100 Stundenkilometern in eine Kurve gerast – dicht gefolgt von seinem Kumpel Firat M. im Mercedes – und hatte danach die Kontrolle über den BMW verloren. Sein Wagen erfasste die junge Frau mit etwa 50 Stundenkilometern. Sie hatte keine Chance und starb drei Tage später.
...
Beide seien bereits früher wegen zu schnellem Fahren auffällig gewesen. Er wiederholt Zeugenaussagen: "Die Fahrzeuge fuhren Stoßstange an Stoßstange, wie bei einem Formel-1-Rennen."
Der Vertreter der Nebenkläger merkt kritisch an, man habe erwarten können, "dass man durch persönliche Worte sein Bedauern zum Ausdruck bringt". Todesfahrer Erkan F. hatte lediglich in einer verlesenen schriftlichen Erklärung mitgeteilt, es tue ihm "unendlich leid". Der Anwalt der Eltern erinnert daran, wie ein Polizist das kaltblütige Verhalten von Firat M. beschrieben habe. Er habe noch am Tatort den Beamten gesagt, sie sollten mit der Sprühkreide aufpassen, damit seinen Felgen nicht beschädigt werden. Die Nebenklage fordert für jeden Angeklagten drei Jahre Haft ohne Bewährung sowie eine Führerscheinsperre von fünf Jahren. Sie will, dass ein "deutliches Zeichen" für andere Raser gesetzt wird.
"

Jetzt wird der Auftritt der Verteidiger beschrieben. Achtung, nichts für seichte Gemüter:

"Die anschließenden Plädoyers der Verteidiger werden für die Eltern rasch unerträglich. Die Anwälte betonen erneut, dass es kein Rennen und auch keine Verabredung dazu gegeben habe. Der Anwalt von Erkan F. bittet um eine "Strafe in bewährungsfähigem Bereich" und warnt vor einem zu harten Urteil. "Ich kann Ihnen Ihre Tochter nicht zurückgeben, und Herr F. auch nicht. Das ist die Krux an der Sache", sagt der Anwalt. Er betont, dass sein Mandant noch jung sei und studieren wolle und dass dieser sieben Monate lang wie gelähmt gewesen sei wegen der Tat. Da hält es die Mutter nicht mehr aus. Sie steht auf und geht langsam durch den Gerichtssaal zur Tür.

Der Vater bleibt, und es wird für ihn noch unerträglicher, denn der Vertreter von Firat M. beginnt mit allgemeinen Ausführungen. Tödliche Unfälle seien letztlich "nichts anderes als die Kehrseite" der Mobilitätsgesellschaft. Autofahren sei in der Gesellschaft ein "grundsätzlich erlebtes Risiko", sagt er und auf der Straße würden "Emotionen und Urinstinkte wach". Der Anwalt sagt noch, der Auenweg habe damals zu schnellem Fahren geradezu eingeladen."
...
Der Richter erklärt, dass Todesfahrer Erkan F. eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung und Firat M. eine Haftstrafe auf Bewährung in Höhe von 1,9 Jahren erhalten. Beide müssen ihren Führerschein jeweils für 3,6 Jahre abgeben sowie 150 Sozialstunden ableisten. Das Gericht bleibt damit unter dem geforderten Strafmaß von Staatsanwaltschaft und Nebenklägern. Es begründet dies damit, dass es Ersttäter seien und dass es sich um keine vorsätzliche Tötung der Radfahrerin gehandelt habe."

Willkommen im Rechtsstaat Deutschland.[[kotz]]


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.