Die Praxis ist nicht immer logisch; dennoch ..
Sie sparen eine Stunde lang z.B. ihre morgendlichen Energie- und Materialkosten für die Beleuchtung des Firmengeländes, der Hallen und Büros, der Baustellen etc.. Bei vielen Arbeitgebern ist ja um 16 oder 16:30 Uhr Winterzeit Schicht im Gelände, wenn es dunkel zu werden beginnt .. da fallen kaum Beleuchtungskosten an.
Hier meine überschlägigen Überlegungen: Zum Datum der Zeitumstellung - näherungsweise Tag- und Nachtgleiche - geht die Sonne um etwa 6 Uhr auf und um etwa 18 Uhr unter. Durch die Verwendung der Sommerzeit verschieben sich diese Zeiten auf 7 Uhr Sonnenaufgang und 19 Uhr Sonnenuntergang. Das sind etwa die Extremwerte für die kürzesten Tageslängen während der Periode der Sommerzeit; während des Sommers verlängert sich die Sonnenscheindauer - abhängig von der geographischen Breite des Ortes - indem sich der Sonnenaufgang weiter zurück in den frühen Morgen und der Sonnenuntergang weiter in den späteren Abend verschiebt.
Die meisten Betriebe hierzulande (und anderswo), öffentliche wie private, haben eine feststehende Arbeitszeit von ca. 7:30 - 16:00 Uhr ± 30 Minuten, egal ob Normal-/Winter- oder Sommerzeit. Dazu zähle ich auch den gesamten Bildungssektor, d.h. die Schulen aller Art, die Unis etc.. Diese Betriebe sparen nach der Rückstellung zur Normal-/Winterzeit bis zu 1 Stunde Beleuchtungskosten in den Morgenstunden etwa während der Monate Mitte-November bis Mitte-Februar (= ca. 3 Monate). Für alle anderen Betriebe bringt die Normal-/Winterzeit nichts.
Ein weiterer großer Teil der Unternehmen arbeitet im 2-Schichten-Modus, d.h. meistens von ca. 6:00 bis 22:00 Uhr feststehend. Diese Unternehmen sparen bis zu 1 Stunde Beleuchtungskosten in den Abendstunden der Sommermonate, insbesondere in den Monaten Mitte-Mai bis Mitte-August (= ca. 3 Monate).
Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen kann ich nicht erkennen, wieso der Arbeitgeber einen Vorteil durch die Zeitumstellung haben sollte: Für Einrichtungen, die während 24 Stunden beleuchtet werden müssen, ändet sich nichts.
Richtig .. das wären die restlichen Betriebe, d.h. die mit einer 3-Schichten- bzw. Non-Stop-Arbeitszeit.
Ich bleibe bei meiner Ausgangsthese und stelle nochmals fest, dass die Arbeitszeiten durch die Zeitumstellung im überwiegenden Teil der Betriebe, öffentlich wie privat, möglichst in die hellen Stunden der Tage "geschoben" werden, und zwar aus Kostengründen .. was allerdings auch der Arbeitsproduktivität zugute kommt und somit einen weiteren Vorteil für die Arbeitgeber darzustellen scheint. Dies war und ist jedenfalls der offizielle Sinn und Begründung der Zeitumstellung - ob faktisch völlig rational begründbar, mag in Frage gestellt sein - siehe dazu auch die geschichtliche Entwicklung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sommerzeit
Mit Gruß, Beo2