Ist 10 hoch120 eine kosmologische Obergrenze? Wie schnell kann Gott rechnen?

Amos, Freitag, 25.03.2016, 09:39 (vor 3610 Tagen)4565 Views
bearbeitet von Amos, Freitag, 25.03.2016, 12:22

Zum heutigen Karfreitag ein ganz besonderes Schmakerl von Alfred Gierer:

http://edoc.bbaw.de/volltexte/2006/105/pdf/20rGXUFzQvc.pdf

Gierer meint, die Zahl 10 hoch120 sei eine „kosmologische Obergrenze analytischer Operationen“. (Gierer 1985, S. 54)

Das bedeutet: Sämtliche Problemstellungen, zu deren Klärung mehr als
10 hoch 120 Rechenoperationen benötigt werden, sind aus erkenntnistheoretischen Gründen nicht berechenbar und somit prinzipiell unentscheidbar. Gierer begründet diese Annahme mit zwei grundlegenden Naturkonstanten, nämlich der Anzahl der stabilen Elementarteilchen im bekannten Universum (ca. 10 hoch 80) und dem (aufgerundeten Alter) des Universums (20 Milliarden Jahre), gemessen in so genannten „Elementarzeiten“ (= 10 hoch 40), die er miteinander multipliziert. Die „Elementarzeit“ ist nach
Gierer jenes Zeitintervall, das ein stabiles Elementarteilchen (aus denen auch jeder Computer besteht) nach den Gesetzen der Quantenmechanik
(Unschärferelation von Energie und Zeit) mindestens benötigt, um eine verlässliche Rechenoperation durchzuführen.

Zur Ermittlung der „Elementarzeit“ hat Gierer die Massen von Elektron und Proton gemittelt (Gierer 1985, S.301), wobei er gemäß der Heisenbergschen Unschärferelation von Energie und Zeit (ΔE·Δt ≥ћ/2) auf einen (gerundeten) Wert von 10hoch23 Sekunden kommt.

Ein Computer, der weniger als diese „Elementarzeit“ für einen Rechenschritt benötigt, wäre physikalisch nicht möglich, weil die Quantenmechanik das nicht zulässt. Das heißt, auch der schnellste theoretisch vorstellbare Rechner (oder genauer gesagt: jedes einzelne informationsverarbeitende Element
eines solchen Rechners) könnte höchstens 10hoch23 Rechenoperation pro Sekunde ausführen.

Multipliziert man diese Zahl mit dem Alter des Universums in Sekunden (etwa 10 hoch 17) dann ergibt sich, dass selbst der schnellstmögliche Rechner, sofern er seit Beginn des Universums ununterbrochen gerechnet hätte, seit Anbeginn der Welt höchstens 10 hoch 23 x 10 hoch 17 = 10 hoch 40 Rechenschritte ausgeführt haben könnte.

Das bedeutet: Auch eine 40 Züge lange Schachpartie (mit ihren annähernd 10 hoch 120 Möglichkeiten) wäre demnach ein genauso einmaliges und unverwechselbares Kunstwerk, das kein zweites Mal zufällig wieder irgendwo auftauchen wird, solange dieses Universum existiert.

Da frage ich mich natürlich sofort:
1.) Gibt es eventuell mehr als ein Universum?
2.) Falls ja, gibt es einen Weg um Informationen mit dem 2. Universum auszutauschen, denn nur so kann ich Gierer widerlegen.

3.) Kann Gierer widerlegt werden, wenn wir davon ausgehen, dass es mehr als einen Urknall gab?

Viele Grüße
amos


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