Das Schuldgeld verpufft für den Produktivbürger seit langem

Blum, D, Freitag, 18.03.2016, 16:02 (vor 3618 Tagen) @ modesto2789 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 18.03.2016, 16:42

Lieber modesto,

das glaube ich Dir gerne, gebe Dir sogar vollkommen recht, weil Deine Beobachtung zum System leider passt.

Sprachlich möchte ich klarstellen: Die Aussage, "die Südländer enteignen Deutschland", meint nicht eine moralisch falsche Handlungsweise der südländischen Bürger, sondern die verantwortungslose Handlungsweise der Menschen, die sich auf der politischen Bühne ein Schauspiel liefern, obwohl sie nur im Sinne ihrer Theater-Gemeinschaft agieren. Also Großbanker machen mit Großkanzleien und Großkotzpolitikern große Deals, um ihre direkte Klientel, die Großindustrie zu versorgen. Das funktioniert länderübergreifend. Die Länder oder Nationen sind in ihren Schwächen auszubeuten und da haben die Deutschen andere Schwächen als Franzosen, Italiener oder Griechen.*

Natürlich kommt nichts beim produktiven Bürger an. Natürlich wird der von Bargeld entwöhnt. Natürlich steigen die Gebühren, ist der Kampf gegen Ämter nur mit Schliche und Geduld, aber immer erheblichem Aufwand zu führen. Du hast uns Beispiele zuhauf beschrieben.

Die von Ländern aufgenommenen Schulden gingen in den Konsum derer, die näher an der Theke stehen, wo das Freibier verteilt wird. Und Süditalien ist weit weg.

Das gegen alte Socken geschöpfte Geld ist in Assetmärkte geflossen und in immer weiter sich verschuldende Staatstöpfe. Für Investitionen in Infrastruktur war zwar auch Geld da, aber vor allem in den Konsum des Apparates höchstselbst. Käufer von Immobilien (hier kommt der ggü. D reichere Italiener und Grieche her) haben mit Bewertungsvorteilen ggü. D "Vermögen" geschaffen, weil die Assetmärkte durch ZB-Geld aufgepumpt werden.

Problem: Nutzungswert hat sich nicht erhöht. Wenn eine Aktie früher 10 und heute 1000 € kostet (Preis), macht das die Macht des Aktionärs nicht größer und lässt die Firma auch nicht mehr produzieren. Doch das "Vermögen" steigt.

Und in einem Haus wohne ich auch nicht besser, wenn sich dessen Preis verdoppelt hat, weil so viel Schuldgeld in der Welt ist.

Zum Apparat gehören auch die Banken, deren es nach wie vor zu viele gibt. Operative Arbeit, die einen spürbaren Nutzen stiftet, wird seit Jahrzehnten benachteiligt ggü. dem virtuellen Geschehen.

Das System hat sich machtbedingt leider kontraproduktiv entwickelt. Wir können nur durch Gegenmacht, Revolution oder alte Werte öffentlich angucken
verändern.

*Beispiel: Krise heißt ja nicht, dass eine Western Union von der Flüchtlingskrise nicht profitieren muss und alle, die dort arbeiten, profitieren auch davon. Staatsnahe Betriebe, Vereine, NGOs, sie alle profitieren von der Flüchtlingkrise, auch Baufirmen etc. Frage, ob der Arbeiter wirklich profitiert, wenn nichtproduktive Bereich wachsen auf den immer schmaleren Schultern der Werteerzeuger.

edit: ein Link in den Text eingefügt zur Dauereuroschuldenkrise.

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It's not what you don't know that gets you into trouble, it's what you know that just ain't so that gets you into trouble. (Satchel Paige)


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