Herr, lass Hirn regnen
Zudem weitet Draghi sein milliardenschweres Kaufprogramm für
Staatsanleihen und andere Wertpapiere aus. Statt 60 Milliarden Euro pumpt
die EZB ab April 80 Milliarden Euro in den Markt...
http://www.wiwo.de/politik/europa/europaeische-zentralbank-ezb-leitzins-erstmals-bei-nu...
Als im letzten Quartal des Jahres 2008 die Zentralbanken die Geldmenge "inflatorisch" erhöhten, war die größte Angst die, dass dies zu unkontrollierbar steigenden Preisen führen würde. Allein, dies ist bis heute nicht geschehen. Auch die Reduzierung des EZB-Leitzinses binnen einen Jahres (2008/2009) von 4,0% auf 1,0% hatte diesen Effekt nicht. Mithin hätte man sich spätestens Ende 2009 mit der Frage befassen können (müssen), warum die klassischen geldpolitischen Instrumente nicht mehr funktionieren.
Die Antwort ist ebenso einfach wie erschreckend: Weder Geldmenge noch Zinssatz haben noch einen Einfluss auf die Versorgung der Volkswirtschaft mit Liquidität: wenn die Geschäftsbanken keine Kredite geben wollen (dürfen - Basel II ff.), kann die Zentralbank Kopfstand machen und Purzelbäume schlagen, es wird nichts passieren.
Faktisch kann also eine Erhöhung der Liquidität in der Volkswirtschaft auf Nachfragerseite nur noch durch Lohnsteigerungen geschehen d.h. befindet sich außerhalb des Steuerungsbereiches von Zentralbank und Politik.
Herr, lass Hirn regnen...