Nach dieser Logik...

winterfell67, Freitag, 19.02.2016, 13:47 (vor 3644 Tagen) @ Konstantin2719 Views

...müsste man aufhören zu atmen, weil man dadurch Sauerstoff verbraucht, der anderen dann möglicherweise fehlt.

Ich finde diese Sichtweise zu pauschal und zu extrem. Wenn man einer Bank Geld zur Verfügung stellt, dann kann dieses Geld für ganz verschiedene Dinge genutzt werden. Natürlich können auch pathogene Strukturen davon profitieren, aber die Annahme, dass dies vorrangig der Fall wäre, ist meiner Ansicht nach übertrieben.

Es ist natürlich etwas anderes, wenn man aus Profitgier bewusst direkt in Unternehmen wie Monsanto etc. investiert.

Die Annahme, dass durch Crowdfunding nur "gute" Projekte unterstützt würden teile ich jedenfalls nicht. Unterstützt werden die Projekte, die sich gut vermarkten können, oder den Investoren "gute" (d.h. vom emotionalen oder nutzungsbezogenen Wert her interessante) Produkte versprechen. Das ist auch eine Form der Rendite und muss keineswegs zum Nutzen der Allgemeinheit sein.

Beste Grüße.

Hallo,

möglicherweise ist dieses Thema ein ganz heißes Eisen. Oder ist es gar
ein Tabu Thema hier im Gelben?

Der Anlass zu diesem Post kam zu mir über eine Leserzuschrift:
"die Menschen im Gelben kommen mir teilweise sowieso reichlich bigott
vor; beschweren sich über die Flüchtlingsströme aber handeln fleißig
bei der Börse, ohne zu reflektieren, dass es unter anderem genau DIESE
Tätigkeit ist, die alles so schlimm macht."

Mir geht es jetzt nicht um die Flüchtlingsströme. Ich kann auch nicht
einschätzen ob es tatsächlich "genau diese" Tätigkeit ist, die "alles"
so schlimm macht.

Jedoch sehe ich durchaus Zusammenhänge vom Handeln an der Börse auf die
Wirtschaft und damit auf überregionale Strukturen.
Dabei können Wirkungen entstehen, die man eigentlich nicht hätte haben
wollen, wenn man denn gewusst hätte, was auf einen zukommt.

Vor vielen Jahren war ich mal auf einer Veranstaltung gegen Gentechnik.
Dort wetterte der Redner gegen Monsanto und deren Profitabsichten. Das
Publikum bestätigte seine Worte durch Beifall. Dann fragte ich, wer von
den Teilnehmern im Raum denn ein Sparbuch oder Guthaben auf einem Konto
hätte und Zinsen erwartet? Denn dann kann es durchaus sein, dass das
eigene, bei der Bank eingezahlte, Geld indirekt bei Monsanto gelandet ist,
und die nur das tun, was die Auftragsgeber wollen (Profit).
Interessanterweise hat mich damals wohl keiner verstanden.

Da denkt der Sparer, oder der Investor, das er gerne Profit will, aber
wenn dann direkt oder indirekt mitfinanzierte Unternehmen das Leben
wegpatentieren, das Grundwasser verseuchen, massiv Schäden produzieren,
die irgendwer irgendwann mal tragen wird, dann will man es selbst nicht
gewesen sein, der daran mit gewirkt und mitprofitiert hat.

Sicher ergibt sich über Aktien und Börse auch Möglichkeiten, die auf
den ersten Blick sinnvoll erscheinen: Kleinere Firmen können so an Gelder
kommen um ihre Ideen in größerem Stil zu verwirklichen.
Nur: Ist diese Funktion nicht schon längst abgelöst worden vom
Crowdfunding? Ist Börse zu über 99% nur noch ein Spiel mit dem Motto:
"Wie werde ICH reich?", auf Kosten von anderen?

Wer macht sich wirklich ernsthafte Gedanken zwischen dem eigenen
Investment und der Wirkung auf das große Ganze?

Viele Grüße
Konstantin


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.