Ich kenne die Story
Nur: da gehts um mehr. Da gehts einfach um den Einfluß von Brüssel, auch in traditionelle Domenien.
Die Schäfer haben ihre eigenen vererbten Methoden zum Melken der Schafe, zum Herstellen der traditionellen Käsesorten, usw. Das geht nach der Bürokratenwelt in Brüssel nicht über den Schreibtisch.
Das mit den Hunden ist ja nur der Anfang, und genau diesem Anfang will man wehren. Genauso gibts die Verordnung, dass man zuhause nicht mehr schlachten darf, auch keinen Schnaps brennen, keinen Wein machen. usw.
Theoretisch. Praktisch können mich alle in Brüssel dort küssen, wo ich es nicht sehe. Kein Mensch kommt her und verbietet mir was, weder die Kommunalpolizei (sowas ähnliches wie das Ordnungsamt) noch sonst irgendeine Aufsichtsbehörde. Zumal ich sowieso meist am Wochenende, vornehmlich am Samstag, schlachte. Und da wollen auch die Ordnungshüter ihre Ruhe, sitzen in ihrer Klause und schlürfen ihren Kaffee. Bis die über Mittag aus dem Loch kommen, liegt das Vieh schon zerteilt auf dem Tisch und es wird die Wursterei vorbereitet.
Wenn dann überhaupt noch jemand vorm Tor steht, dann (sofern ich ihn überhaupt hereinlasse) bekommt er eine Kostprobe angeboten, man redet über die Familie, und er geht weiter seinem Dienst nach.
Was will ich damit sagen: Kein Mensch braucht hier Angst haben, dass er in seiner traditionellen Lebensweise irgendwie beschnitten wird. Es wird sich auch kein Exekutivbeamter getrauen, einem Schafhirten einen Hund wegzunehmen. Deshalb ist man auch gut beraten, in Rumänien beim Anblick einer Schafherde in Straßennähe langsam zu fahren, damit kein Tier, insbesonders kein Hund, zu Schaden kommt. Was der Schafhirt mit dem Autofahrer dann aufführt, - das ist ein Erlebnis, - aber kein schönes für den Autofahrer.
Der Hund (in der Mehrzahl gesehen) ist für den Schafhirten überlebenswichtig. Das kapiert man erst, wenn man mal mitgekriegt hat, wie die Hunde sich einem Bären gegenüber verhalten, der in die Herde eindringt. Da ist meistens nur einer dabei, der absolut keine Angst hat und ohne Rücksicht auf sich selbst attackiert. Aber genau dieser Hund zieht dann die anderen mit, die dann im Rudel genauso attackieren. In der Zahl der Hunde (meistens 4 - 6, je nach Größe der Herde) liegt dann der Erfolg.
Würde mich interessieren, wie denn so ein Vollzugsbeamter danach aussieht, wenn er einem Schäfer einen Hund wegnehmen will. Kann mir gut vorstellen, dass den seine eigene Frau nicht mehr erkennt.
Aber die Demo in Bukarest war notwendig, damit die Sesselfurzer in der Hauptstadt, die von der Realität genauso wenig Ahnung haben wie die Bürokraten in Brüssel, hautnah merken, dass sie sich besser nicht mit den Schafhirten anlegen.