Mindestlohnbarriere!

Olivia, Montag, 15.02.2016, 12:57 (vor 3652 Tagen) @ azur1407 Views

Viele Langzeitarbeitslose haben keinerlei Chance, wieder eine Anstellung zu bekommen, wenn sie den "normalen" Mindestlohn benötigen. Der Grund liegt darin, dass die in der Regel nicht vergleichbar sind mit Menschen, die durchgehend gearbeitet haben. Eine 12-monatige Einarbeitung mit geringerem Lohn und einer "Aufstockung" durch die Bundesanstalt bietet ihnen jedoch die Chance, langsam wieder ihre Fähigkeiten aufzubauen. Insofern unterstütze ich jedes Projekt dieser Art. Allerdings müssen die AG dann SEHR KLARE Begründungen geben, wenn sie einen solchen Menschen im Anschluß an das Jahr NICHT in ein normales Arbeitsverhältnis übernehmen.

Das Gleiche gilt natürlich für Personen, die unausgebildet in eine Firma integriert werden müssen. Das fordert im Normalfall sehr viel Engagement von der Firma (und den Mitarbeitern, denn die machen die Einarbeitungsarbeit neben ihrem Job). Ich denke, wenn Migranten die Möglichkeit haben, eine Anstellung zu bekommen, in der sie 12 Monate unter Mindestlohn ANGELERNT werden, dann ist das eine gute Sache. Das Lebensminimum bekommen sie sowieso. Das zahlt dann nur die Bundesanstalt.
Für die Leute bedeutet das aber eine Chance, langsam in das Berufsleben und die Kultur hineinzuwachsen.
Auch so etwas kann ich nur DRINGLICH befürworten.

Ich sehe nur langfristig das Problem, dass wir einfach nicht so viele Jobs im Segment der schlecht ausgebildeten Menschen haben. Aus dem Hotelwesen habe ich gehört, dass inzwischen unausgebildete Migranten zum Gläserpolieren etc. eingesetzt werden. Aber wie viele solcher Jobs gibt es denn?

NUR wenn man die Leute nicht in ARBEIT bringt, dann können sie kein Selbstbewußtsein und kein Selbstwertgefühl entwickeln. Je länger sie aus dem Berufsleben heraus sind (oder nicht hineinkommen) um so schlimmer wird das. Und das halte ich für ein riesiges Problem.

--
For entertainment purposes only.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.