Kann ich nicht bestätigen! Zumindest nicht für unseren Stadteil!
Ich war 3 Jahre im Elternbeirat. Von Ritalingaben habe ich nie etwas gehört. Die "Kinder" kamen in der Regel mit dem Rad in die Schule. Übergewichtige gab es nicht. Aus der Clique meiner Tochter haben ALLE Jungs und meine Tochter "gearbeitet". Sie haben Nachhilfe gegeben, Hunde ausgeführt, d.h. sie versorgten sich bereits während der Schulzeit selbständig mit Taschengeld. Einer der Jungs hatte das Mofa eine Freundes alkoholisiert beschädigt. Schaden 1.200 Euro. Er mußte VOR dem Abitur arbeiten gehen, um das Geld zu zahlen. Die Eltern hätten das übernehmen können, haben das aber bewußt nicht getan. Ähnliche Beispiele kenne ich von anderen Fällen. Meine Tochter hat sehr früh gelernt, die Waschmaschine und das Bügeleisen zu "bedienen". Sie machte ihre Wäsche selber. Ich habe das auch sehr früh gelernt, denn ich hatte jüngere Geschwister. Es gab also keinen Grund, warum meine Tochter das nicht auch hätte tun können.
"Probleme" gab es erst, als sie eine Hotellehre machte. Dort geriet sie in sehr problematische Kreise. Ich hoffe, dass diese Zeit nun vorüber ist, denn sie hat engagiert ihre ersten Prüfungen an der Uni absolviert.
Sie hat einen Studentenjob (14 Stunden die Woche) und hat gestern ihr erstes Kleingewerbe angemeldet, weil sie in den Ferien auf der Messe arbeiten will. Sie sagte mir, dass viele der Studenten als Werkstudenten arbeitet, um sich das Studium zu finanzieren. Da sie kein Bafög (oder zu wenig) bekommen, gehe ich davon aus, dass die Eltern prinzipiell "finanzieren" könnten, dies aber nur begrenzt tun. Ich selbst habe auch ständig neben meinen zwei Studien gearbeitet. Den Eindruck, dass es mir geschadet haben könnte, habe ich nicht! Also gestehe ich diese Arbeit auch anderen zu, denn dadurch werden sie SELBSTÄNDIG!
DAS, was Du bei Deinen Praktikanten beschreibst, das nennt man "gelernte Hilflosigkeit". Die meisten "Studenten" MÜSSTEN eigentlich vor ihrem Studium eine Lehre machen. Nur auf diese Art und Weise bekämen sie einen kleinen Eindruck von dem, was es heißt, für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten. Danach können sie in der Regel dann auch besser studieren.
In welchen Gesellschaftsschichten also ist diese "Overprotection" angesiedelt?
Oder geht es quer durch alle Schichten und nur die "Vernünftigen" halten dagegen?
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