weder und noch oder
"Ein Elektron kann Teilchen <oder> Materie sein" - diese Interpretation ist m.E. genauso falsch wie mit der Konjunktion <und>. Nach meinem Verständnis wird so ein Schuh draus: Das "Ding an sich" wechselwirkt mit dem Beobachter/Versuchsaufbau und das Ergebnis dieser Wechselwirkung kann entweder ein Elektron sein oder es kann beschrieben werden als eine elektromagnetische Welle. Das Elektron ist also, wenn es erscheint, nichts anderes als eine Wechselwirkung. Wenn der Versuchsaufbau anders ist, ist auch die Wechselwirkung des Beobachters mit dem "Ding an sich" anders, hier nämlich gern auch eine "Welle". Denn das ist doch die "philosophische" Essenz der Kopenhagener Deutung der Quantentheorie: Der Beobachter erschafft qua Beobachtung erst das Subjekt.
Ein "Elektron" ist also ein "Elektron" und eine "Welle" ist eine "Welle". Und beide haben eins gemeinsam: Beide sind sie Wechselwirkungen, die in Erscheinung treten je nach konkretem Versuchsaufbau.