Ach ja, ganz vergessen - ohne EinstiegsALTER kann man keine Rentenzusagen vergleichen ;-) ...

CrisisMaven ⌂, Samstag, 30.01.2016, 13:52 (vor 3663 Tagen) @ Leserzuschrift3763 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.01.2016, 14:22

... oder warum Versicherungsberatung extrem kompliziert ist und daher meist am Zeit- und Wissensmangel aller Beteiligten scheitert:

Garantierte Rente: 37.000.- Euro oder 218.- p.M.
Überschuss: 9000.-

Bin mir nicht ganz sicher, bzw. obige Wortwahl ist etwas verwirrend: die 37.000 plus 9.000 stehen ja JETZT fest (und sind keine Rente, sondern eine Summe).

Allerdings war, hatte ich nicht richtig gelesen, das von vornherein eine Leibrentenversicherung. Vermutlich wurde eine RV statt einer LV gewaehlt, weil bei Abschluss vor neun Jahren entweder die Gesundheitspruefung bereits eine LV nicht zugelassen oder arg verteuert haette, oder weil man argumentierte, der Todesfallschutz koste Rendite.

Letzteres ist allerdings nicht immer richtig, weil die Ablaufsumme einer Lebensversicherung etwas anders kalkuliert wird, als die einer Leibrente mit vorher eingebautem, garantiertem, Rentenanspruch nach Ende der Ansparphase. Das ist aber jetzt fuer Normalsterbliche zu technisch und, da die Versicherung bereits lange abgeschlossen ist, im vorliegenden Falle ohnehin unerheblich.

Eine Rentenzusage bedeutet ja, dass der Versicherer nun bis ans Lebensende, und wenn derjenige 120 Jahre alt werden sollte, mit dem Kapitalstock auskommen muss. Siehe z.B. die Sofortrentenberechnung der Debeka abhaengig vom Einstiegsalter.

Solche Tabellen gibt es auch von anderen Versicherern, die kann man sich selber suchen.

Die urspr. genannte Rente zzgl. Ueberschuss war also 260 Euro.

Aber: war das nun die Garantierente oder die mit nicht garantierten Ueberschuessen???

Denn auch in der "Entnahme"-Phase gibt es, wie erlaeutert, moegliche Ueberschuesse (es gibt sie in jedem Falle, die Frage ist, was davon der Versicherer freiwillig herausrueckt).

Die 260 Euro koennten also "links" in o.g. Tabelle stehen, dann waeren sie gut, weil noch Ueberschuesse hinzukommen koennten, oder die Summe steht rechts, dann koennte sie ohne nicht-garantierte Ueberschuesse auch nur 190 Euro/Monat betragen?!

Also: wie gliedert sich dieser Monatsbetrag auf (nicht bitte das mit den 9.000 Ueberschuss wiederholen - der ist FEST, der NEUE, nicht feste interessiert!!!).

Was von den 260 ist IN ZUKUNFT garantiert?

Und: bei welchem Eintrittsalter (in drei Jahren)?

Und: Frau oder Mann oder Unisex-Tarif?

Und hinsichtlich des andern Einwandes: wer LANGE lebt, gewinnt, wer kuerzer lebt, verliert evtl. gegenueber anderen Geldanlagen.

Das muss jeder selbst entscheiden.

Aber etwas anderes ist wichtig: wie sieht es mit der Hinterbliebenenversorgung aus?

Meist sind mindestens 5 Jahre "Nachlauf" fuer einen ueberlebenden Ehegatten vorgesehen. Ist man "single" ist das "teuer". Ist man verheiratet und stirbt am Tage nach Renteneintritt, ohne "Nachlauf", geht die Frau leer aus, im anderen Falle haette sie noch 46.000 Euro von der ausgezahlten Summe (wenn Auszahlung gewaehlt war), sonst 5 Jahre lang ggf. 260 Euro!

Es gibt auch Rentenversicherungen mit einer Art Beitragsrueckgewaehr (auch die eben erwaehnte Debeka hat sowas), da bekommt man "unverbrauchte" Teile zurueck - allerdings, da hier der Gesellschaft der uebliche "Sterblichkeitsgewinn" entgeht (der ansonsten in die Ueberschuesse der noch lebenden fliesst), "rentiert" eine solche etwas niedriger.

Wer aber schon drei Jahre nach Renteneintritt stirbt, und so den Erben einen Rest von z.B. 35.000 Euro Rueckgewaehr hinterlaesst, bekommt dann auch einen besonders schoenen Grabstein!

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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