Deine Frage zum Währungsrisiko
Hallo Piter,
Der Minuszins müsste doch eigentlich maximal in Höhe der Vola der
Leitwährungen (CHF, JPY, USD, EUR) anfallen. Denn nur dieses
Währungsschwankungsrisiko und das Ausfallrisiko, die Anleger wie
Pensionskassen fürchten, lässt sie überhaupt noch im CHF oder EUR
bleiben und Minuszinszen akzeptieren.Ungefähr so stelle ich mir das als Laie vor. Stimmt das in etwa?
Nein.
Verlässt Du den €-Raum um höhere Zinsen zu kassieren, dann kann ein Devisenhandelstag ein Vielfaches Deiner jährlichen Mehrerträge aufzehren, wenn die ausländische Währung im Kurs einbricht.
Karneval Anfang der 1990-er Jahre gab es so einen Tag, da bewegte sich USD/JPY um etwa 10% an einem Tag, wenn ich mich recht erinnere.
Wenn Du an die Normalverteilung glaubst, dann kannst Du nach Maßgabe eines Haltezeitraum implizite Währungsvolas auf Deinen Haltezeitraum skalieren (Faktor Wurzel(t)) und dann entsprechend je nach gewünschtem Konfidenzniveau einen theoretischen Währungskursänderung ausrechnen, die mit der Wahrscheinlichkeit des Konfidenzniveaus nicht überschritten wird.
fiktives Beispiel (so aus dem Kopf, die genauen Details müsste ich wieder mal nachlesen)
USD/EUR implizite Vola 1 Jahr 15%
Bei einer Haltedauer von 1 Jahr ist keine Zeitskalierung nötig.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 68% (?) bewegt sich die Währung nicht stärker als um 15% in einem Jahr.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% (?) bewegt sich die Währung nicht stärker als um 2*15% in einem Jahr.
Gruß
paranoia
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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.