Gutmenschen finalisieren sich selbst
Der Widerstand sollte darauf setzen, die Gutmenschen zu schockieren.
Gutmenschen begreifen dich vor allem als eins: als Bösmenschen.
Wenn aber Bösmenschen auf dem Vormarsch sind, dann kommt Gutmenschen jeglicher Lebenssinn abhanden.
Der Effekt ergibt sich, dass Gutmenschen sich selbst beenden werden wollen. In tiefer Depression über den dräuenden Sieg des Bösen wählen sie den Ausweg, den sie auch zu Lebzeiten bevorzugt praktizierten: die Augen fest schließen.
Und das tun sie dann gern für immer. Sicher aber nicht ohne vorher einen herzzerreißenden Abschieds- und Anklagebrief zu verfassen, mit welchem sie der ganzen Göttlichkeit ihres gutmenschlichen Samariterdaseins auf Erden huldigen und ihre unterschiedslose Opferbereitschaft preisen. Logischerweise war ihre ihr Opferritus bislang nicht leidenschaftlich genug, denn sonst hätte ihr Ethikgott ihnen den Sieg angedient. Drum soll der Selbsttod nun das krönende Hingabefanal eines durch Entbehrung veredelten Gutmenschenlebens werden: Die edlen Mülltrenner, Tierschutzanbeter, Menschenrechtsapostel und Müslikauer geben sich den Dolch.
Wir selbst müssen aber nur insofern nachhelfen, indem wir den Gutmenschen ständig illustrieren, wie gülden sie und wie schlecht wir sind. Das forciert ihr Ringen mit den Naturgewalten beträchtlich und beschleunigt den notwendigen Vorgang. Allein die Existenz eines Bösmenschen wie du es bist verzagt sie. Dass du nicht assimiliert werden konntest, erzürnt sie, als hättest du ihren heiligen Platz eingenommen. Es läßt sie an der Schlagkraft ihrer Ideologie zweifeln, die doch angeblich so allseits überlegen sein soll.
Drum macht es so!