Das Ende der gegenwärtigen Weltordnung

LLF, Dienstag, 19.01.2016, 11:05 (vor 3671 Tagen) @ nereus4329 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 19.01.2016, 11:15

Wie groß das Leiden ist, kann ich nicht einschätzen und vor allem, wie
lange halten das die Russen aus?

1812: Moskau von Franzosen besetzt und zerstört
1941-1944: Leningrad eingekesselt
2015: es gibt keinen Importkäse in Russland, ein paar US-Panzer rollen durchs Baltikum, ein paar US-Schiffe kreuzen im Schwarzen Meer - bis jetzt die komfortabelste Krisensituation der russischen Geschichte! Die Russen kennen ihre Geschichte, sie werden ihren Putin nicht gegen Import-Marionetten eintauschen.

Da stellt sich die einfache Frage: Wer von Beiden hat eigentlich den Längeren?

Russland hat eine eigene Industrie (u.a. Automobilindustrie), eine eigene Landwirtschaft (die sogar Ägypten miternähren kann) und eine gut ausgebildete Bevölkerung (50% Hochschulabsolventen). Selbst Iran ist industriemäßig und bildungsmäßig dem Nachbarn Saudi-Arabien voraus. Außerdem sind die Iraner eher zu Leistung und Opfer bereit.

Wird es einen großen Krieg zwischen West und Ost geben?

Kaum durchführbar! Ein paar Raketenangriffe auf westliche Umspannwerke, Flughäfen usw. und die westliche Wirtschaft bricht zusammen.

Wird ein vorheriger Crash das Problem entschärfen oder gar verschärfen?

China ist dabei, die Welt in eine Wirtschaftskrise zu schicken, bei der
die Börsen-Märkte um 75 % einbrechen werden – mit verheerenden Folgen
für die USA und England, warnte ein führender Experte der Londoner City.

Ein Börsencrash würde das öffentliche Ansehen des Kapitalismus irreparabel beschädigen. Das hat man 2008 gesehen, als die Bücher von Karl Marx mal wieder ausverkauft waren. Ein Börsencrash im Jahre 2016 - und Bernie Sanders wäre US-Präsident. Der erste jüdische US-Präsident der Geschichte, nebenbei bemerkt.

Einen unkontrollierten Preissturz darf es aufgrund der unkalkulierbaren Folgeeffekte nicht geben. Ich rechne eher mit einer Sozialisierung: eine Staatsbank pro Staat, die Aktien zum Nominalwert ankauft und somit für eine Verstaatlichung der Produktionsmittel sorgt.

Es ist ohnehin merkwürdig: Nordamerikanische Ölsande und Schweröle werden zu Schleuderpreisen (2-8 USD) verramscht, und bis jetzt ist noch keine einzige Bank und kein einziges Unternehmen deswegen pleitegegangen. Möglicherweise werden einige Hedgefonds von der FED subventioniert.

Schäubles Bail-In-Plan (begrenzte Haftung der Sparer) ist die einzige marktwirtschaftlich tragbare Lösung, um faule Kredite unter Nullzinsbedingungen abzubauen. Mich wundert, warum andere Staaten, allen voran die USA, noch keinen ähnlichen Plan entwickelt haben.


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