Sachlich falsch. Die Gesundheitswirtschaft ist vielschichtiger.
Hallo eddie09,
obwohl du, wie du schreibst, lange in dem Bereich tätig warst, ist deine Behauptung sachlich falsch.
Um diese Schmarotzerbuden weiter aufrecht zu halten, hat der Gesetzgeber ja
die Pflicht eingeführt. In der Kassenärztlichen Vereinigung werden die
abgehalfterten Politiker auf Landesebene, für eine Jahressalär von 200
T€, untergebracht.
Laut SGB V § 80 wird der KV-Vorstand durch die Vertreterversammlung (der Ärzte und Psychotherapeuten, deren Anteil auf 10 % der Delegierten gesetzlich beschränkt ist) gewählt. Da ist es nicht so einfach, mal eben einen "abgehalfterten Politiker" einzuschleusen. Allerdings sind viele KV-Funktionäre auch politisch aktiv, was diesen Eindruck entstehen lassen könnte.
Kein Arzt und wenn er noch so gut ist, kann sowas
erwirtschaften,
Kommt auf die Fachrichtung an. Radiologen etwa haben da kein Problem.
es sein denn er vereinbart mit der KV einen eigenen
Abrechnungsverband und schaltet dabei die Kassen aus. Das gelingt aber nur
wenigen, sehr umsatzstarken Ärzten. Ich kenne Ärzte die so was gemacht
haben. Da gibt es dann in der Tat eine leistungsgerechte Bezahlung ihrer
Dienstleistung.
Ein Arzt, der in den Klauen der Kasse steckt, arbeitet viel
für wenig Geld, damit die Vorstände in Saus und Braus leben können.
Ein Arzt mit Kassenzulassung steckt nicht in den Klauen der Kasse, sondern der KV, die mit den Kassen Abrechnungsbedingungen aushandelt. Wesentliche Teile der abrechenbaren Leistungen werden über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab definiert, der wiederum zwischen den Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der GKV ausgehandelt wird. Wie das mit den KV-freien Abrechnungsverbänden aussieht, weiß ich nicht.
Deshalb muss da immer zwischen Arzt und Arzt unterschieden werden: Facharzt oder Allgemeinarzt etc..
Nein, der Beitragszahler kann da nichts mehr machen. Das letzte
Schlupfloch wurde 2007 geschlossen.
Zustimmung. Das geht nur über eine grundsätzliche Änderung, also über die Politik. Aber das ist ein Lacher für sich.
Das zentrale Kostenproblem liegt, wie Azur es angedeutet hat, in der politischen Dominanz und damit Anfälligkeit für Lobbyarbeit.
Z.B. von der Lobbyistin zur Gesundheitsenatorin. Die Dame der CDU war beteiligt, einer SPD-Gesundheitsministerin ein (bereits beschlossenes!) Gesetz zur Senkung von Medikamentenkosten abzukaufen.
Der gute FDP-Augenarzt hat Gesetze direkt von der Lobby geschrieben übernommen (da gab es einmal einen ausführlichen Spiegel-Artikel). Die Apothekerpartei hatte ihren Spitznamen auch sicherlich nicht umsonst.
Die "Fettlebe für Vorstände" greift viel, sehr viel zu kurz. Seit Bismarck ist das Machtpolitik in allen Facetten. Nicht zufällig das gefährlichste Terrain der ganzen Politik.
Grüße
Mercury
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„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich