Wieder muß man differenzieren
> Körperlich bin ich so am A...., dass ich selbst leichteste, körperliche Arbeiten nicht mehr ausüben kann,
Das ist eine bedauerliche Feststellung, wobei es sich bereits um persönliche Details handelt, die ich nicht hinterfragen will.
Sollte es sich um einen Unfall, oder um eine genetisch oder anders entstandene chronische Krankheit handeln, dann muss man das Beste draus machen, - so gut es eben geht.Dann hat man keine Wahl.
Weniger Mitgefühl habe ich mit den Arbeitnehmern, die einfach aus den unterschiedlichsten Gründen, die ich nicht akzeptiere, chronische und oftmals unheilbare Krankheiten "produzieren". Diese Gründe können vielschichtig sein, ich nenne nur einige davon: Unüberlegtheit, Leichtsinn, Einkommenshöhe, usw.
Jetzt sehe ich so manches aus der osteuropäischen Sicht. Da sind die Leute bei weitem nicht so angehalten, auf Arbeitsschutz etc. zu achten. Sie betrachten es als eine Art persönliches Hobby, dem man allenfalls nachgehen kann, wenn man das will.
Was hier an vermeidbaren Arbeitsunfällen produziert wird, das ist oftmals ungeheuerlich. Flexen ohne Schutzbrille, Kreissäge ohne Sägeblattschutz, - das sind nur die "Kleinigkeiten", wo es um verlorene Gliedmaßen geht.
Aber ich mach da auch keine Ausnahme. Bei meinen Baustellen sind alle Holzleitern verschwunden, - es gibt nur geprüfte Alu-Leitern. Aber zu Hause hatte ich natürlich noch einige der aussortierten Holzleitern, - mit entsprechenden Folgen. Als ich damals so knapp 5 Meter auf so einem Ding stand, das schon etwas weh und auch in zu flachem Winkel stand, brach diese Leiter unter mir in zwei Teile, und unter mir war eine Betonfläche. Ich hatte einfach nur Glück, - würde ich jetzt im Rollstuhl sitzen, müßte ich mich im Spiegel ansehen und mir selbst den Vogel zeigen.
In Deutschland achtet man da schon mehr drauf, schon wg. der Gesetze. Da gehts um andere Dimensionen, was Arbeitsschutz betrifft. Ich habe in meiner Zeit in D viele aus Ludwigshafen/Rhein gekannt, die in einer der größten chemischen Fabriken dort gearbeitet haben. Klar war das immer ein Lohn, der sich von den anderen nach oben hin deutlich abgehoben hat. Klar wollte keiner dieses Einkommen vermissen.
Ich fragte so manchen, ob er wüßte, wofür er das "mehr" erhalten würde, oder ob er meinte, dass er das "umsonst" bekäme. Zumeist Schulterzucken. Natürlich gibts da unterschiedliche Abteilungen mit unterschiedlicher Gefahrenbelastung. Von denjenigen, die da an "der Front" standen, kenne ich nur einen einzigen, der ein Alter über 80 Jahre erreicht hatte. Die anderen starben zumeist noch vor Erreichung des 70. Lebensjahres.
Einen z.B. kenne ich sehr gut, der an Hodenkrebs erkrankt war. Ich weiß auch, in welcher Produktionsabteilung er beschäftigt war. Der Betriebsarzt riet ihm, seine Arbeitsstelle zu wechseln, wenn er gesund werden wolle. Aber dieser Arzt sagte ihm gleich, dass er diese Aussage jederzeit abstreiten würde, weil er seinen Job als Betriebsarzt in diesem Chemiewerk behalten wolle.
Um noch ein Beispiel aus Rumänien zu bringen: Umsonst sage ich meinen Leuten, dass sie sich im Winter, sofern sie eine Arbeit mit Gummistiefeln ausführen müssen, - spezielle Stiefelsocken dafür anziehen, die ich ihnen auch gebe. Sie laufen mit normalen dünnen Socken herum und wundern sich, dass die Kälte von den verschwitzten Füßen sich bis in die Nieren hochzieht. Wenn sie am Presslufthammer arbeiten, dann brauchen sie ja keinen Gehörschutz, meinen sie. Ich hab sie nun so weit gebracht, dass ich ihnen damit gedroht habe, sie müßten dann die Geldstrafe von ihrem Lohn bezahlen, wenn ich etwas derartiges von der Arbeitsschutzkontrolle aufgebrummt kriege. Das half etwas.
Keinen blassen Dunst davon, wie man eine Schaufel richtig hält und sie bedient, damit man am Abend nicht "erschossen" ist. Laufend habe ich die ergonomischen Schaufelstiele (leicht gebogen) verlangt, - erst die ausländischen Baumärkte hatten die dann langsam im Programm. Keine Ahnung, wie man auch schwerere Lasten richtig hebt, ohne dass man sich auf Dauer das Kreuz kaputt macht. Den meisten Arbeitgebern hier ist das sch.egal. Ich bin anscheinend die Ausnahme, der versucht, ihnen das beizubringen.
und im Büro arbeiten...da meldet sich nach spätestens einer Woche direkt die nächste Depression.
Das verstehe ich. Dafür muß man gemacht sein. Ich bin es auch nicht.
Beste Grüße und nicht aufgeben!
Helmut