Heilkräfte aus Pflanzen
Gabi, Du hast teilweise recht und auch nicht.
Was Pflanzen und deren Heilkraft bewirkt, da kenne ich mich in etwa aus. Das ist so eine Mischung zwischen Beruf und Hobby bei mir. Aber es bewirkte bei mir und meiner Familie eine Unabhängigkeit von den Weißkitteln, und vor allem Gesundheit.
Natürlich gehört da mehreres dazu. Z.B. gewisse botanische Kenntnisse, die bei mir ja von Berufs wegen vorhanden sind. Aber auch eine gewisse Beobachtungsgabe. Das geht bis zur Erkenntnis, dass auch Pflanzen negative Effekte hervorrufen können.
Nach wie vor gilt die Grundregel für alle Substanzen, in der stetigen Reihenfolge: anregend - heilend- berauschend - giftig.
Nur, dass es eben bei unterschiedlichen Substanzen völlig unterschiedliche Mengenverhältnisse gibt. Aber die Reihenfolge bleibt bei allen gleich.
Dazu kommt der Umstand, dass pflanzliche Wirkstoffe - bis auf ganz wenige Ausnahmen - nicht sofort spürbar wirken, sondern erst nach einer gewissen Zeit. Dafür aber wirken sie anhaltender und meist ohne Nebenwirkungen.
Was heute immer noch zutrifft, - die meisten Menschen wissen viel zu wenig um die Heilmöglichkeiten von Pflanzen. Klar geben diese Pflanzenwirkstoffe nicht die Antwort auf alle gesundheitlichen Probleme. Darüber hinaus verhält sich der Mensch zumeist unsinnig, was eine Heilung nur schwer möglich macht, wenn überhaupt. Viele unter uns haben schon lange verlernt, das Krankheitsverhalten bei Tieren zu beobachten. Viel kann man dabei lernen.
Noch zwei Punkte gilt es, zu erwähnen. Das eine sind die Scharlatane in dieser Branche, die mit 20% Fachkenntnis 200% Gewinn machen wollen. Wobei ich denen diese 20% Kenntnisse gar nicht absprechen will. Nur, - sie stehen oft im Mißverhältnis zu dem Tam-Tam, das sie veranstalten.
Das andere sind die Placedo-Effekte. Sicher spielen diese auch mit, bei jeder Therapie, wenn der Heilbehandelnde etwas auf dem Kasten hat. Nur, - viele Scharlatane kennen diesen Effekt auch sehr genau.
Was für alle gilt: Der Mensch ist zum überwiegenden Teil nicht in der Lage, sich vernünftig zu ernähren. Das ist ein wesentlich größerer Krankheitsherd als Aids oder sonst was. Aber nicht nur hier haben die meisten Wissensdefizite, sondern überhaupt in grundlegenden Bereichen, wie Vorsorge, Selbstbeobachtung (weswegen kaum eine vernünftige Anamnese erfolgt), sowie konsequente Korrektur, wenn man was beobachtet, was sich nachteilig für die Gesundheit des Menschen auswirkt.
Was das Schlimmste ist: Bei vielen hakts beim Denken aus. Viele betrachten das Individuum "Mensch" als ein isoliertes chemisch-biologisches Konglomerat, das eben nach bestimmten Regeln funktionieren muss. Der wichtigste Gesichtspunkt ist das Zusammenwirkens des berühmten Dreiecks, das aus den Eckpunkten "Körper, Geist und Seele" besteht. Wenn eines davon nicht funktioniert, dann hat es stets Auswirkungen in unterschiedlichem Ausmaß auf die anderen beiden Punkte.
Niemals ist eine Krankheit ein einfach gestricktes Produkt. Immer hängt es mit mindestens zwei Faktoren zusammen, dass diese Krankheit überhaupt ausbrechen kan, - und wenn es nur eine simpler Erkältung ist. Und der generelle Grundsatz stimmt immer:
Ein Mensch muss niemals krank sein. Ein Mensch kann sein ganzes Leben ohne ernsthafte Krankheiten auskommen. Die Krankheit ist der Hilfeschrei des Körpers, wenn wir etwas falsch machen.
Nun such Dir was aus meinem Gelaber heraus. Der Heini mit seinen Blüten kann durchaus bei gewissen Dingen recht haben und Positibes bewirken, - wenn die Begleitumstände stimmen. Aber - wie auch Du bemerkt hast, - das ist alles nichts Neues, - das Meiste davon gibts schon seit langem.
Darum meine eingangs getroffene Aussage: Du hast teilweise recht und auch nicht. Das Ganze ist viel zu komplex, als dass man es mit einer Schwarz-Weiß-Meinung beurteilen kann.