Japaner wissen schon, was sie machen - sie müssen so vorgehen.
Checken wir es mal ab.
Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich für eine jährliche
Anhebung des Mindestlohns um drei Prozent angesprochen, um die Wirtschaft
des Landes anzukurbeln.[/u] "Wir müssen dafür sorgen, dass der
Mindestlohn jedes Jahr um drei Prozent steigt", sagte Abe ...
Anheben des Mindestlohns sorgt dafür, dass Unternehmen produktiver werden müssen,
dass manuelle Arbeiten von Maschinen übernommen werden.
Anheben des Mindestlohnes hat also einen ähnlichen Effekt wie die Aufwertung
der eigenen Währung, nur, dass bei einer Währungsaufwertung im Prinzip alle
Löhne steigen, also in der Folge auch die Jobs mit höheren Löhnen produktiver
werden müssen.
Die Unternehmen halten Lohnerhöhungen jedoch wegen des Preisdrucks von
Seiten der Kunden für schwierig.
Eben, siehe oben. Die Unternehmen müssen produktiver werden, die Angestellten
besser ausbilden, in neue Maschinen investieren, sich auf höher-margige Produkte
konzentrieren, etc.
Das ist natürlich Unsinn und die übliche wohlkalkulierte Angstmacherei,
denn die Mindestlöhner bzw. Beschäftigte sind zugleich die Kunden. Mit
mehr Kaufkraft in der Hand können sie auch mehr oder teurer einkaufen.
Nein, Toyotas werden für den ISIS einfach teurer, ausser die Japaner schwächen
gleichzeitig den Yen. So würden die schlecht bezahlten Export-Jobs weiterbestehen,
jene im Binnenmarkt aber zerstört. Relativ gesehen.
Jetzt sollte der Abe noch dafür sorgen, dass auch die Altersrenten und
das Kindergeld jährlich um 3% steigen. Eine wachsende Binnennachfrage
und mehr Kinder sind ihm sicher.
So würde er dann gleich den Effekt wieder aufheben, nämlich dass schlechtbezahlte
Jobs vom Binnensektor in den Exportsektor transferiert werden, dann so könnte sich
der Binnenmarkt die höheren Löhne wieder leisten. Relativ gesehen.
Der Staat hätte aber höhere Ausgaben, die Lohnempfänger würden von der kalten Progression
heimgesucht. Also hier auch ein Nullsummenspiel, je nach Steuerprogression.
Abe hat daher Steuersenkungen in Aussicht gestellt, um den Wettbewerb
mit der ausländischen Konkurrenz zu erleichtern.
Aha! Lies nochmals, was ich oben geschrieben habe: Ziel der Übung ist, schlechtbezahlte
Jobs des Binnensektors in den Exportsektor zu verlagern.
Hier würde ich empfehlen, den Freibetrag auf die Lohn-/Einkommensteuer
deutlich zu erhöhen .. und den Rest so belassen, wie es ist.
Also die kalte Progression ausschalten - in Deinem Szenario - das sich dann als
deficit spending auswirkt, und eigentlich ohne Lenkungswirkung sein soll. Abe
will aber Japan aber im internationalen Wettbewerb stärken. Ob dies ausgerechnet
mit der Verlagerung vom Tieflohnsektor gelingt?? Will er mit China konkurrieren?
Es geht wohl um Industriejobs, also um die oben erwähnten Toyota oder vielleicht deren
Zulieferer,etc. , beispielsweise.
Der Mindestlohn ist in Japan nicht landesweit gleich, im Durchschnitt
beträgt er 798 Yen (6,10 Euro) pro Stunde. Nach Angaben des Ministers für
die Belebung der Wirtschaft, Akira Amari, stebt der Regierungschef einen
Anstieg auf 1000 Yen in den nächsten zehn Jahren an.Das Motor jeglicher Konjunktur ist die sich aufwärts drehende
Lohn-/Rente-Preis-Spirale, "AUFwärts" wohlgemerkt, nicht "ABwärts"!Übrigens, Japan ist das Land mit der mit Abstand höchsten
Staatsverschuldung der Welt von ca. 230% des BIP (oder mittlerweile noch
mehr). Da hat wohl der Abe langsam kalte Füße und eine Düsenklemme
bekommen.
http://www.laenderdaten.de/wirtschaft/staatsverschuldung.aspx
Solange der Export läuft spielt dies keine Rolle. Die Bank of Japan kauft
den Exporteuren die Devisen ab und bildet so Devisenreserven:
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_foreign-exchange_reserves
Japan muss dies machen, weil sie sehr abhängig von den Rohstoff-Importen sind.