Das kommt ganz auf das Medium an [redaktionelle Beitraege gegen Werbeschaltung] ...
ich habe von einem Magazin eine Anfrage bekommen, eine meiner öffentlichen Veranstaltungen zu bewerben.
Wenn sie eine nicht-oeffentliche beworben haetten, nennte sich das investigativer Journalismus
...
Das Angebot: Wenn ich eine Anzeige bei ihnen schalte, könnte ich mit einem redaktionellen Beitrag rechnen.
Erpressung waere es, wenn sie das in Aussicht gestellt haetten, wenn man nicht bei ihnen inseriert
...
Ich wusste, dass dies unter der Hand hin und wieder geschieht, aber dass ich diese Einladung in schriftlicher Form bekomme, machte mich stutzig.
Leider war das Medium hier nicht genannt.
Das Geschaftsmodell gilt IMMER bei den kostenlos verteilten "Zeitungen", die man als Werbetraeger in den Briefkasten bekommt (womit sonst sollte man nasse Schuhe heutzutage noch ausstopfen? Mit iPhones?). Das kann jeder leicht nachpruefen: Ist der Fusspflegesalon wohlwollend erwaehnt, so gibt es in dieser und meist in mehreren folgenden Ausgaben auch dessen kostenpflichtige Anzeigen. Da nicht jeder Fusspfleger oder Handwerker gut formulieren kann, stellt die Zeitung auch einen als Texter getarnten Journalisten, der ein paar Fragen stellt und ein Grinse-Photo macht.
Manchmal stellen sie auch einen als Journalisten getarnten Texter. Sieht man alles daran, dass textanalytisch sich alle solchen redaktionelle Beitraege untereinander gleichen, aber der Fusspfleger dieser Sprache so gar nicht maechtig ist ...
Und dann noch: ich könne dies auch in Form eines "Druckkostenzuschusses" (200 bis 600 Euro) machen. Auch so bekäme ich einen redaktionellen Beitrag.
Ja, gibt's auch bei Buechern, nennt sich dann vanity publishing.
Ist ja nett, dass sie mir helfen wollen, aber wo bleibt da die Unabhängigkeit der Presse?
Man kann doch nicht beides haben?!?!?!
Vielen Dank für fachkundige Einschätzung,
Na ja, dass ich das mal als fachkundige Einlassung von mir geben duerfte. Vielleicht gibt es bei Ihnen keine Spatzen, oder keine Daecher ...
...
Jedenfalls: wenn die ARD das machte, rollten Koepfe.
Machen es private Medien, ruempft man mal die Nase. Aber mehr wegen der Tatsache, dass einer so dumm war, sich erwischen zu lassen.
Bei den anderen Magazinen und Zeitschriften, insbes. bei den kostenlos verteilten, gehoert es zum Geschaeftsmodell, ohne die sie gar nicht existieren koennten.
Und so blieben viele Fuesse ungepflegt ...
--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English