Zustimmung zu deiner Einschätzung.
Meine Einschätzung: Die USA wollen den Einsatz für die Russen teurer
machen: Dazu liefern sie Panzerabwehrwaffen TOW - wird erfolgreich gegen
Assads Truppen eingesetzt. Bodenkampfflugzeuge wurden in die Türkei
verlegt. Jetzt auch noch offiziell 50 Spezialkräfte.
Russland verlegt ebenfalls Spezialkräfte nach Syrien. - Alles kein
Zeichen für eine Verhandlungslösung oder eine gute Basis für
Friedensgespräche.
Um das Teuermachen ging es ja in vorangegangenen Konflikten der neueren Zeit auch.
Im Wesentlichen war es in der Ukraine wohl der amerikanische Plan, Russland zu einem Angriff auf die Gesamtukraine zu bringen. Dort sollten die russischen Einheiten, laut Brzezinski, dann in den Städtekampf gelockt werden. Gleichzeitig hätten die Amerikaner ausreichend politische Rückendeckung bekommen, um die Situation mit offiziellen Waffenlieferungen anzuheizen. Es sollte somit derart teuer für Russland werden, dass es an diesem Brocken ersticken sollte. Dann hätte man nur noch einen neuen Jelzin finden müssen.
Vermutlich hat Putin aber aus dem Afghanistan Feldzug der 80er gelernt und die Strategie durchschaut.
Stattdessen haben die Russen das Ding umgedreht und mit der kleinen Ostukraine eine eiternde Wunde geschaffen, in die sie den Finger immer und immer wieder hineinstecken konnten, ohne selbst in größere Gefahr zu geraten.
In Syrien scheint es sich derart zu entwickeln, dass dort ebenfalls ein "Teuermachen" stattfindet. Russland erhöht einfach die Opportunitätskosten für die Fortsetzung der amerikanischen Strategie der Absetzung Assads. Fraglich ist, welche Bedeutung die russische Marinebasis wirklich hat. Da ich sie als hoch einschätze, werden die Amerikaner wohl wiederum die Kosten erhöhen... und ich schätze ihre Fähigkeiten dazu, jedenfalls in der Region, höher ein.
Interessant wäre noch zu erörtern, was denn der jeweiligen Partei nun besonders wertvoll ist.
Die USA können sich größere Verluste an Menschenleben politisch eher nicht leisten, genau so wenig wie eine stabilen Nahen Osten mit antiamerikanischen Regierungen in Syrien, Irak, Iran, während sich die Russen den Verlust der Marinebasis eher nicht leisten wollen.
Ein Kompromiss zu dem sich beide Seiten gegenseitig zwingen könnten wäre vielleicht, dass zwar Assad "abdankt", aber die Marinebasis Tartus nicht angetastet wird. Wobei im Nachgang sicher nichts unversucht bliebe, da noch was dran zu rütteln.