Sicht von einem jungen Menschen.

overseas, Freitag, 30.10.2015, 08:13 (vor 3746 Tagen) @ zip2119 Views

Ich halte da regelmäßig ein kritisches Auge drauf, weil ich mich dafür
interessiere, wie die "ticken".

Nun ja, so wie ich deinen Post lese, gehst du nicht gerade mit einer neutralen Meinung auf die Jungen zu. Auf jeden Fall nervt es mich gewaltig, wenn immer "die Jungen" in einen Topf geworfen werden.

Und wenn sie zu etwas eine Meinung haben, dann sind sie extrem weit links
aufgestellt und lecken den Zuzüglern die Turnschuhe, geben bereitwillig
Tipps, wie man sich ein Bleiberecht erkämpft.

Du wirfst ihnen vor, keine Meinung zu haben, wenn sie jedoch eine linke Meinung haben, haben sie die falsche Meinung (das möchtest du damit doch implizieren?) - das ist falsch! Jeder darf seine eigene Meinung haben. Wenn jemand dies richtig findet, dann ist dies in Ordnung, die Idee in einer Demokratie ist nicht, dass alle einer Meinung sind, sondern dass man auf demokratische Art kompromisse finden kann.

Politik? "Ich nicht mein Ding."

Ich bin jung und interessiere mich für Politik. Die vergangenen Wahlen habe ich mit mehreren Personen aktiv mitverfolgt, vermutlich aktiver als viele ältere Personen, die bloss kurz die Resultate angeschaut haben. Ich kenne viele Personen, die an jeder Abstimmung teilgenommen haben, seitdem sie 18 und damit wahlberechtigt sind.

Wirtschaft? "Interessiert mich nicht."

Ich bin jung und lese jeden Tag auch den Wirtschaftsteil verschiedener Seiten. Ich lese regelmässig dieses Forum, verfolge meist mehrmals täglich kurz die Kurse an der Börse und lese wichtige Nachrichten in der Wirtschaft. Es interessiert mich nicht, wie sich der Börsenkurs jeder Unternehmung entwickelt, aber ich habe doch ein Grundinteresse darin, wie die Wirtschaft in meinem Land und weltweit läuft.

Familie? "Hat Zeit, ich lege mich doch nicht schon jetzt dauerhaft fest."

Ich bin jung und - ja das stimmt. Familie hat nicht Priorität mit 25. Aber es ist ein Gedanke, den ich aktiv im Hinterkopf halte ab ungefähr 30 vielleicht.

Kinder? "Zeitdiebe."

Ich bin jung und bin nicht abgeneigt, Kinder zu haben. Aber ohne konkrete Familienplanung ist das noch ein paar Jahre entfernt. Wenn, dann ist es ein bisschen das Selbstvertrauen, das fehlt, ob ich ein Kind grossziehen kann - aber ich denke, dass dies heute genauso ist, wie es schon vor Jahren war. Und wenn ich einmal Kinder habe, dann will ich nicht, dass das Kind tagsüber in einer Kinderkrippe ist, dann kümmert man sich um das Kind und muss sein Leben danach richten.

Gesellschaft? "Ist ganz weit weg."

Versteh ich nicht - vielleicht weil ich jung bin ;)

Verantwortung? "Für wen und wofür?"

Ist auch eine unklare Formulierung. Dass Verantwortung benötigt wird, ist wohl klar ab Beginn einer Lehre / Studium / was auch immer. Wer keine Verantwortung wird, wird nicht weit kommen. Das ist Fakt, und wer sich jeglicher Verantwortung entzieht, wird darunter leiden - das war früher so und wird in Zukunft so bleiben.

Zukunft? "Ist weit weg."
Vergangenheit? "Ist vorbei und nicht der Rede wert, darüber zu
reflektieren."
Gegenwart? "Ein vollkommen irrelevanter Zeitraum, der nach einer Sekunde
zur uninteressanten Vergangenheit wird."

Wir müssen unsere Gegenwart so gestalten, dass sie eine angemessene Zukunft erlaubt, ohne die Fehler zu wiederholen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben.

Deshalb musste ich so lachen. Schau dir die "jungen Menschen" an und dir
gefriert das Blut in den Adern.

Danke!


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.