@Blum - Sprechen sich die FED und die EZB ab? - Wer findet Belege dafür?

Vatapitta, Donnerstag, 29.10.2015, 01:03 (vor 3744 Tagen) @ Blum1238 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 29.10.2015, 01:45

Moin moin Blum @ all,

Vielen Dank für diese Grafik, Vatapitta. Also eine halbe Billion steht
allein für die NYSE im Feuer und drückt auf die ZB-en, damit diese die
Märkte weitenrhin "absichern", an denen so viel (Wall Street Wohlstand)
hängt.

Danke, das Absichern der Märkte durch die Zentralbanken hatte ich als Hintergrund für deren Handeln noch nicht auf dem Schirm.

Zum US-Dollar und dessen Einflussgrößen möchte ich nun einige
Überlegungen mit Euch teilen und bitte um kritische Kommentare. Meiner
Ansicht nach ist es nämlich entscheidend, wohin das weltstaatliche
Finanzmanagement will, und wohin es irgendwann nur noch kann, wenn man
USD-Relationen zu anderen Währungen beurteilen möchte.

Ja, sie haben ein Ziel!

A) Prämissen

In Krisenzeiten holen Amerikaner (Pensionsfonds, Private und Unternehmen)
Dollar ins Land zurück. Für amerik. Unternehmen ist das steuerlich
unattraktiv gestaltet, 90% der über 200 Mrd USD Forderungen Apples liegen
im Ausland. Dennoch dürfte auch in der Krise und in der Gesamtheit der
Unternehmen der alte Trend weitergelten: in der Krise fließt Geld ins
Heimatland, um selbst Schulden zu tilgen.

Exakt dieser Effekt ist m.E. beabsichtigt.

Die nach wie vor dollardominierten Auslands-Anleihen der Emerging Markets
werden aufgrund US-seitiger Glattstellung somit zurückgeführt. Die
absolute Verschuldung der Emerging Markets, die gleichzeitig mehrheitlich
krisengeschüttelt sind, wird sich aber nicht senken lassen.

Die Schuldner sind Sklaven der Banken, im Kleinen, wie im Großen.

Also wird es zu Umschichtungen kommen.

Ja.

Der Sogeffekt (in die USA) und der Druck zu Umschuldungen (= Finden neuer
Gläubiger), müsste den Kurs des USD treiben.

Genau. Der Dollar als Waffe. - Die Schuldner müssen Dollar kaufen und treiben damit den Kurs.
Gleichzeitig wird Kapital aus den verschuldeten Märkten abgezogen und in die USA zurückgeholt.
Das treibt dort die Assetmärkte. - Ein willkommener Effekt im Wahljahr 2016. Die Minizinserhöhung im Dezember bleibt für lange Zeit die Einzige. In Wahljahren erhöht die Fed die Zinsen nicht. - Und wenn in den USA die Aktienmmäkte steigen, dann tun sie das auch an den meisten andern Börsen. Der steigende Dollar ist gut für die jeweiligen großen Exportunternehmen.
Heute Anstieg der Börse in Argentinien (fast pleite?) um ca. 6 %.
…..

Wer aber welche anderen
Kräfte entfesseln kann, um in diesem Wettlauf eine bessere Position zu
erringen, das ist eine vertiefende und wie ich finde, dem DGF viel
angemessenere Frage.

Blum


Machs nicht zu kompliziert, Blum.
Es geht um den Wirtschaftskrieg gegen Russland. Die schwächere deflatorische Wirtschaft braucht weniger Energie. Niemand möchte den Ölausstoß zur Stützung der Preise kürzen. Jeder $ aus dem Export wird gebraucht.

Und China ist extrem überschuldet behauptet zumindest Marc Faber.
Die US-Behörden/Ratingagenturen kennen die jeweilige Verschuldung einzelner Länder oder Unternehmen sehr genau. Wir haben einen Artikel im Gelben, der sich mit der für den Wirtschaftskrieg zuständigen US-Behörde beschäftigt. - Wer ihn findet , hänge ihn bitte an diesen Beitrag an.

Und schon gefunden: Die Superwaffe des Mr. Glaser
Sanktionen gegen Russland und den Iran: Wie amerikanische Finanzbeamte zu Wirtschaftskriegern werden. Quelle


Nach der Rede Draghis zu einer möglichen Ausweitung des QE zog ich das Fazit:

"Was bestimmt Draghis Handeln und welche Auswirkungen sind beabsichtigt?
Im Vorfeld der EZB-Sitzung gab es zahlreiche, sehr unterschiedliche Analysen. Nach Abwägung der verschiedenen Sichtweisen bin ich zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen.
…..
Aus dieser Perspektive ist Draghi ein Trojaner des Pentagons in der EZB, der die europäische Karre an die Wand fährt, um den US-Krieg gegen Russland und China an der Wirtschaftsfront zu unterstützen. Irgendwo habe ich vor kurzem gelesen, dass Russland noch kräftig US Anleihen gekauft hat. Sie haben diesen Schritt der EZB anscheinend richtig antizipiert."


Ich halte mindestens 50% der Spitzenbanker in den Großbanken für Psychopathen - komplett gewissenlos. "Normale Menschen" halten die Widersprüche und dreisten Lügen nicht aus.

Ein extremer wirtschaftlicher Einbruch trifft vor allem die Schwachen. Aus jeder Krise gehen viele Wohlhabende gestärkt hervor. Not geht den Herren in den Banken am Arsch vorbei, wenn es nicht die Eigene ist.

Wie seht ihr das? Gibt es Belege für eine enge Abstimmung der großen Zentralbanken im globalen Wirtschaftskrieg?

VG Vatapitta

PS: Hatte das Thema im März schon mal bearbeitet:
Der Angriff der USA auf den Euroraum
Zitat von Kissinger: "Amerika hat keine Freunde, Amerika hat Interessen."

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/


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