Jetzt spiele ich mal Schach
Hallo nereus,
das sind ja tolle Infos. Als alter, jahrelanger Turnierspieler am Brett 2, versuche ich mich mal.
Eröffnung:
Im Jahr 1990 als die Mauer fiel. Der Westen hatte weiße Farbe, und das war ein Königsgambit. Gleich über die Flanke in die EU-Osterweiterung mit Springer und Läufer. Schwarz ziemlich defensiv eingestellt, hatte für das Mittelspiel eine schlechte Position. Hatte aber rochiert, während weiß jetzt an vielen Fronten ( Irak, arabischer Frühling, Syrien ) leichtsinnig wurde. Weiß wollte Material (Figuren) zerstören, das Schachmatt war nicht das primäre Ziel, denn dann hätte es ja keinen Grund mehr für Waffenproduktion gegeben. Ein entscheidender Fehler.
Die aufgerissenen Fronten bei weiß animieren schwarz zum Endspiel, mit erstklassigem Einsatz der Dame schwarz. Weiss hat die Rochade nicht durchgeführt und hat keine ausreichende Deckung. Es zeigen sich jetzt strategische Vorteile für schwarz.
Ziel des Endspiels. Putin lässt die Überlegenheit nur wirken, sonst nichts. Subtil wird er alle Geländegewinne manifestieren. Er treibt die weißen Figuren an die Ausgangsstellung zurück. Er neutralisiert den Westen, ohne einen Stein zu zerstören. Er weiß, er muss keinen Bauern opfern. Putins Stärke bleibt der übrigen Welt nicht verborgen. Für den Westen kommt es zum qualvollen Ende, ohne Paukenschlag. Ende des Spiels, sobald weiß die Nerven verliert.
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Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.