Eher Totalitarismus - Unterscheide zwischen Zielen und Methoden

LLF, Freitag, 09.10.2015, 21:31 (vor 3762 Tagen) @ Beo21263 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 09.10.2015, 21:40

Faschismus ist m.M.n. der Versuch, eine unkritische Gleichschaltung
von und Unterdrückung von unerwünschten Gedanken und Meinungen von
Einzelpersonen oder Personengruppen herbeizuführen.

Totalitarismus ist m.M.n. der Versuch, eine unkritische Gleichschaltung von und Unterdrückung von unerwünschten Gedanken und Meinungen von Einzelpersonen oder Personengruppen herbeizuführen.

Die Methoden unterscheiden sich nicht, wohl aber die angestrebten Ziele:
Konservatismus: Dominanz der traditionellen Eliten über Staat und Wirtschaft, z.B. in Saudi-Arabien. Orbans Ungarn ist der ehrgeizige Versuch, einen modernen Konservatismus als Herrschaftssystem zu etablieren und traditionelle Werte als Staatsziele zu etablieren.
Liberalismus: Dominanz der Wirtschaft mittels (heimlicher) Geldflüsse, vor allem im anglo-amerikanischen Raum.
Sozialismus: Dominanz des Staates mittels Bürokratie.

Faschismus ist ein konservativ-sozialistisches Mischsystem, z.B. in Spanien unter Franco

das Bestreben einer relativ kleinen organisierten Interessengruppe
(Minderheit, Partei, Unternehmergruppe o.ä.), die vollständige
institutionelle Macht in einem Staat zu erlangen, zu festigen und
schrittweise auszuweiten .. mit welchen Mitteln auch immer.

Die Dominanz einer Interessengruppe ist typisch für ein politisches System.

In der Sowjetunion waren es die städtischen Arbeiter, in den USA das Großkapital, im Dritten Reich der ländliche Mittelstand, in Venezuela eher die unteren Schichten. Staaten mit einem abweichenden politischen System werden oft politisch isoliert und militärisch bekämpft.

Echte Demokratie setzt voraus, dass es mehrere gleichstarke Interessengruppen gibt, die zu Kompromissen bereit sind, beispielsweise in der Schweiz oder auch im Österreich der Nachkriegszeit.

Dies geschieht mittels: Lügen, Halbwahrheiten und Unterlassung von
Berichterstattung in den Pressemedien sowie durch gezielte Anwendung
physischer, psychosozialer, wirtschaftlicher und/oder juristischer
Machtmittel bzw. Gewalt gegen "politisch unkorrekte" Meinungsträger, um
diese Personen physisch, psychosozial und/oder wirtschaftlich zu schädigen
oder zu vernichten.
Folgende Mittel werden ganz konkret eingesetzt: Hetze gegen und
Diffamierung von Andersdenkenden durch Pressemedien und andere
Informationsträger; Überwachung und Verfolgung durch parteipolitisch
unterwanderte Behörden und Sicherheitsapparat (Polizei, Geheimdienste
etc.); politisch motivierte Gerichtsbarkeit; physische Bedrohung durch
anonyme Schläger und Killer, und anderes mehr.

Ich würde dies eher als totalitäre Militanz bezeichnen. Militanz gegen das staatliche System (traditionell als Linksextremismus bezeichnet) oder Militanz für das staatliche System (traditionell als Rechtsextremismus bezeichnet). Die Forderungen, die auf PEGIDA-Demonstrationen vorgetragen werden, sind linker als die der SPD (Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen) und die Forderung der Antifa sind manchmal rechter als die der Arbeitgeberverbände (sofortige Arbeitserlaubnis für Einwanderer). Die SPD hat mit Hartz IV einen sozialpolitischen Rechtsruck hingelegt, der die SPD zur Systempartei macht. Die Bezeichnung "Linke" ist eine nostalgische Erinnerung an die Zeit, als die heutigen Staats- und Studienräte noch in der WG wohnten und ein Stück vom gesellschaftlichen Wohlstand anstrebten.

vgl. auch die Kleiderordnung in der Politik & Wirtschaft. Das alles
legt eine Repression gegenüber Andersdenkenden zumindest nahe
.

Möglicherweise werden Anzug und Krawatte bald als Symbole des Alten Regimes ebenso verpönt sein wie die gepuderten Perücken des Barockzeitalters.


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