Vielleicht eine Erklärung?

helmut-1, Siebenbürgen, Freitag, 09.10.2015, 07:25 (vor 3763 Tagen) @ azur3350 Views

Interessanter link - sofern diesen nicht schon jemand erwähnt hat, und ich habe es überlesen:

http://julius-hensel.ch/2014/07/teilstueck-eines-manuskripts-damit-wir-verstehen-was-sp...

Was auf en ersten Blick damit nichts zu tun hat, ist ein schönes Gedicht, das ich aus dem lupo-Forum kopiert habe. Klar gehts mir hier um die Schönheit der deutschen Sprache, aber auch um den Inhalt.

Hat der Inhalt denn was mit den aktuellen Ereignissen zu tun? Vordergründig wohl nicht, - aber vielleicht ist er der Schlüssel zur Lösung.

Freiheit

(Quelle: Die Möwe Deutsche Gedichte von Harro Harring 1840)

Es wird von Freiheit oft und viel gesprochen,
und manch einer weiß noch nicht, was Freiheit sei?
Wohl hat ein Volk die Ketten schon zerbrochen;
Und dennoch ward es immer noch nicht frei.
Die Freiheit ist gar eine zarte Blüte,
sie will gepflegt sein, eh’ sie Früchte bringt;
Ihr Heim liegt tief im menschlichen Gemüthe,
der nur gedeiht, wenn Lieb’ das Herz durchdringt.

Die Freiheit ist der Zustand hier auf Erden,
in welchem wir entwickeln jede Kraft,
auf das wir hier vollkommner, reiner werden,
daß unser Streben Ander Nutzen schafft,
daß wir selbstständig stehn, durch festen Willen,
daß Niemand uns in Tugendübung stört,
daß wir als Menschen unsre Pflicht erfüllen,
nach dem Gesetz, daß die Vernunft uns lehrt.

Die Freiheit ist kein schrankenloses Walten.
Der Willkür,– wie der Menscheit Feind sie schilt!
Indem wir treu an der Vernunft uns halten,
ist sie das Recht, daß vor der Gottheit gilt.
Die Freiheit ist auf Gleichheit nur begründet,
nur Mittel hier zum höhern Bildungsziel.
Das unser Herz im Born der Wahrheit findet,
und Menschenlieb’ sei unser Pflichtgefühl.

Mit keinem Wort ist größre Schmach getrieben,
als mit dem Worte “Freiheit” überall.
Den Feinden ist Gewalt zum Druck geblieben,
nach mancher Völker unglücksel’gem Fall.
Statt Freiheit wird der “Unfug” schroff bezeichnet–
denn jede Volksbelehrung trifft Verbot.
Ein Volk, daß Freiheit sich erst zugeeignet,
trotzt jeder Macht, so grimmig sie auch droht.

Drum hütet Euch, Begriffe zu verwirren,
der Dinge,die der Menscheit heil umfahn.
Laßt nimmer euch durch Feindes Lügen irren;
Erringt euch Freiheit auf der Gleichheit Bahn!
Betrachtet Freiheit als den Weg der Tugend-
der heil’gen Güter unbesiegte Macht!
Baut auf euch selber nur- auf eure Jugend;
Des Volkes Jugend ist des Volkes Macht.

Erkennt die Freiheit als den Weg zur Größe,
in jeglicher Beziehung- jagt ihr nach!
Packt euern Feind in seines Unrechts Blöße,
weil er durch Willkür eure Rechte brach.
Durch Kraft nur läßt die Freiheit sich erringen,
sie will als Braut gewonnen sein durch Mut;
Und wollt ihr zum Altar der Freiheit bringen:
Die Bahn führt über Leichen nur- durch Blut.


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