Gleichzeitig der Friedensnobelpreis für Putin und Merkel …
… (u. a.) wird dieses Jahr wohl nicht möglich sein. Zwar scheint mir das Ukraine-Übereinkommen das Potential dazu gehabt zu haben, dieses zu ermöglichen, doch solange die Syrienmission nicht erfolgreich abgeschlossen ist, wird wohl die Preisverleihung zumindest an Putin noch bis dahin warten müssen.
Hallo, Hasso,
du fragst Dich sicher, warum ich das hier als Antwort auf Deinen Hoffnungsausdruck: «Einziger Trost: Russland wird Deutschland wegen langfristiger Interessen "verschonen"... hoffe ich mal.» vortrage.
Deine Gedankenkette, wonach Russland Deutschland wegen langfristiger Interessen "verschonen" wird, finde wahrscheinlich nicht nur ich logisch begründet, sondern ich meine auch, Putin hat dies, nur natürlich mit etwas anderen Worten, in seiner Ansprache cor der UN am 28.09.2015 zum Ende seiner Rede hin vielleicht andeuten wollen:
…
«И по прежнему большие перÑпективы видим в гармонизации интеграционных процеÑÑов в рамках ЕвразийÑкого ÑкономичеÑкого Ñоюза и ЕвроÑоюза.»(*1)
…
(Übersetzung durch g.o.o.g.l.e-Übersetzung: « … Und doch sehen wir große Chancen für die Harmonisierung der Integrationsprozesse in der Eurasischen Wirtschaftsunion und der Europäischen Union. …)»
Kann es sein, dass hinter den Kulissen etwas läuft, was die derzeitige Bundeskanzlerin nicht öffentlich als Außenpolitik der Bundesrepublik verkaufen kann/darf?
Kann es zulässig sein, zu vermuten, dass hinter der Buchvorstellung der Biographie über den Altbundeskanzler, Hr. Schröder (SPD) - mit wohl besten Direktkontakten zum russischen Präsidenten Putin -, durch die amtierende Bundeskanzlerin,Frau Dr. Merkel (CDU) – mit anscheinend stark eingeschränkten öffentlichen Kontakten zum russischen Präsidenten – mehr als nur eine nette Geste steckt (22.09.2015).
Die Meldung am 24.09.2015: "Merkel erwägt Gespräche mit Assad", knallte kurz wie eine Silvesterrakete. Das Zurückrudern ohne jede für mich erkennbare wirkliche Diskussion in der deutschen Politik spricht m. E. nicht dagegen, dass die diplomatische Note den Adressaten erreichte, der wohl gut erkennen kann, ob oder wie die deutsche Bundeskanzlerin in der Zwickmühle steckt.
Die Einigung zwischen Russland und der Ukraine über die Gaslieferung und über den Gastransfer (25.09.2015), der wohl über Zahlungen der EU gesichert wurde, ist ein weiterer Baustein, der den obigen Satz der UN-Rede von Putin in meinen Augen einen weiteren Sinn gibt. Ob die Chance, die Putin in seiner UN-Rede zum Ausdruck gebracht hat, die europäische oder deutsche Politik nutzen kann, wird die Zukunft zeigen – aber immer gilt: der Sieger schreibt die Geschichte.
Ich hoffe mit Dir, Hasso!
Uwe
(*1) aus Im Wortlaut: Wladimir Putins Rede bei der UN-Generalversammlung