Das Pulver ist nun verschossen, wieder einmal .. (edit.)

Beo2, NRW Witten, Freitag, 25.09.2015, 12:13 (vor 3776 Tagen) @ BillHicks2680 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 25.09.2015, 12:22

Sie will vielleicht, kann es aber wohl nicht. Die Welt ist eine Welt der intensiven wechselseitigen Abhängigkeiten geworden.

... das heisst ja, gerade, dass sie es nicht machen will.

sie will vielleicht, aber sie kann nicht (oder sie glaubt nicht zu können).

Richtig .. sie kann es nicht, ohne die Realwirtschaft (insbesondere im Inland) abzuwürgen. Nicht nur kann sie nicht den Leitzins erhöhen, sie kann auch nicht die ständige, überproportionale Ausweitung der Geldmenge (M1), das QE, beenden .. überproportional zum (ausbleibenden) BIP-Wachstum. Das wäre gleich der Beginn einer Rezession. Die westlichen Realwirtschaften befinden sich ohnehin schon seit Jahrzehnten tendenziell in einer Rezession, d.h. in stetig sinkenden Wachstumsraten und stetig sinkender Inflation (was einer tendenziellen Deflation gleichkommt), welche nur mit ständiger überproportionaler Ausweitung der Geldmenge durch Senkung des Leitzinses gebremst, aber nicht aufgehalten oder gar "umgedreht" wird.

Und sie kann es schon seit langer Zeit nicht:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Leitzinsen.png

Diese Graphik gibt sehr schön einen "durchschnittlichen Lebenszyklus" des heutigen Wirtschaftssystems wider, welches ein "immer wiederkehrendes" ist bzw. war. Dieser Zyklus beträgt im günstigsten Fall etwa 3 Generationen.

Nun ist das Pulver verschossen; ein Leitzins tiefer als Null geht nicht. Nun helfen nur noch negative, immer weiter sinkende Guthabenzinsen oder aber das Hubschrauber-Geld (ohne Leitzins). Dies alles trifft übrigens nicht nur auf die FED zu, sondern auch auf die EZB und alle anderen "mächtigen" Zentralbanken (außer vielleicht der in Russland).

Die Gründe dafür sind sehr wohl nachvollziehbar .. allerdings ein anderes, ziemlich großes Thema. Nur so viel an dieser Stelle: Geld- und "die übrige" Wirtschaftspolitik sind quasi naturgesetzlich und untrennbar miteinander verbunden und gehören deshalb in eine Hand .. am besten gleich in die Hand des "angeblichen Souveräns".

Geldpolitik ist untrennbar ein Teil der Wirtschaftspolitik und hat Auswirkungen bis in alle Ecken und Winkeln der Wirtschaft, des politischen Systems und der Bürgergesellschaft. Geld- und (die übrige) Wirtschaftspolitik MÜSSEN eng, um nicht zu sagen: aufs engste!, aufeinander bezogen und miteinander koordiniert sein. Das erfordert allerdings ein ganz anderes Lenkungs- und Politiksystem sowie andere gesetzliche Rahmenbedingungen bzw. Grundlagen.

Die restlichen Tage dieses Systems, welches auch schon (trotz regelmäßig auftretenden Kollapses), sehr sehr alt ist, sind nun (wieder einmal) leicht absehbar.

Gruß, Beo2


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