Andere Sichtweise
Bitte um Nachsicht, wenn ich da etwas differenzierter denke!
Generell zu meiner Einstellung:
Ich ziehe meinen Hut vor denjenigen, die den echten Flüchtlingen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, die in ihrer Heimat aufgrund ihres Glaubens, ihrer politischen Anschauung oder sonst was um ihr Leben fürchten mußten, beistehen und ihnen in erster Linie mal Sicherheit geben. Denn das suchen gerade diese Leute, - nicht Geld oder sonstige wirtschaftliche Vorteile.
Damit meine ich nicht diese Gruppe in dem link:
http://www.unzensuriert.at/content/0018779-20-Asylwerber-traten-Hungerstreik-Sie-forder...
Nun habe ich in meinem - ach so kurzen - Leben so manche Zeitgenossen kennengelernt. Beispielsweise bei Hilfssendungen für Osteuropa. Damals lebte ich noch in Deutschland, als der Umsturz - auch in Rumänien - Ende des Jahres 1989 vor sich ging. Ich gehörte auch zu einem der Ersten, die sich mit einem Kleinbus, voll mit Lebensmitteln, Kleidern und sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs, auf den Weg gemacht haben.
Die Sachspenden wurden in Deutschland in unserem Jugendheim gesammelt, gelagert und von dort aus verladen. Klar habe ich dabei auch viele andere Gleichgesinnte kennengelernt, - auch an der Grenze - die da enthusiastische Gedanken gehabt haben. Viele meinten, dadurch bekäme sie einen besonderen Platz gleich nach der Himmelspforte neben dem Petrus, - ich mach mir da keine Illusionen. Wahrscheinlich kome ich doch ins ewige Feuer, - aber vielleicht machen sie dort wegen der einen oder anderen Aktion für mich zeitweise die Klimaanlage an.
Jetzt kommt so ein Spinner wie ich auf die Idee, nach einem Monat wieder dorthin zu fahren, wo die Hilfsgüter gelandet sind, um festzustellen, was man damit bewirkt hat, und was man bei der nächsten Fahrt besser machen kann. Die Erkenntnisse waren sehr ernüchternd. Ich will hier nicht im Detail darauf eingehen,- es würde zu umfangreich werden. Aber ich habe draus gelernt.
Jetzt zu den aktuellen Ereignissen:
Klar gibts da real engagierte Menschen, die auch real was bewirken, - die nüchtern denken. Dann gibts alle möglichen Spielarten. Da gibts diejenigen, die sich bereits vor der Abfahrt einen Heiligenschein aufsetzen. Dann gibts die, die als verbohrte Gutmenschen ihre persönliche Befriedigung darin sehen, sich in irgendeiner Form zu engagieren, - egal, was dabei rauskommt. Dann gibts diejenigen, die das für ihr persönliches Image oder für ihre persönliche Selbstdarstellung anderen gegenüber brauchen. Lassen wir es dabei, - es gibt noch mehrere Spielarten.
Ein Beispiel: Ich hab auf die Fanseite des Herrn Til Schweiger geschrieben. Mein Sohn hat mir das gezeigt, wie das geht, - ich bin nämlich kein Facebookist.
Der Text:
Til Schweiger macht gute Filme. Egal, ob als Schauspieler oder als Regisseur. Sicherlich gehöre ich nicht zu der sog. Fangruppe, aus dem Alter bin ich heraus. Aber der Mann nötigt mir Respekt und Anerkennung ab, - aber im Zusammenhang mit dem Film. Da versteht er sein Handwerk.
Die neue Schiene mit den Immigranten (bei mir sind es erst einmal Immigranten, bis sich herausgestellt hat, wer in den kleinen Prozentsatz der Asylanten fällt) , das ist nicht mein Ding. Dazu weiß ich zuviel von Leuten, die direkt "an der Front" kämpfen, - aus erster Hand. Zumal die Asylschiene nichts Neues ist, das gabs schon im letzten Jahrhundert, - nur nicht in der extremen Zahl wie jetzt.
Damals hat sich kaum einer drum gekümmert, - damals war es ja auch kein Thema, das in aller Munde ist. Wie das alles funktioniert, wie das alles organisiert wird, was die eigentlichen Hintergründe sind, wie die administrativen Organe "von oben" angewiesen werden, bei Ablehnung nach Möglichkeit Abschiebungen zu unterlassen, usw. - ich weiß es,- und viele, die sich direkt mit dem Thema befassen, wissen es auch.
Natürlich weiß ich auch, dass Deutschland in allen möglichen Landessprachen in den arabischen und afrikanischen Ländern regelrecht dafür wirbt, dass Immigranten über Asylrecht ins Land kommen, - da gibts Broschüren, da gibts Videos, usw.
Ich unterstelle Herrn Schweiger keine gezielte Propaganda in eigenem Interesse, - allenfalls Blauäugigkeit. Natürlich kann man dieses Thema populistisch breittreten, es ist ja in aller Munde. Obwohl es eine Sekundärerscheinung ist. Das heißt, man befaßt sich mit den Symptomen, mit der "Krankheit" selbst nicht.
Wenns jemanden interessiert, was da noch alles mitspielt, da gibts ein interessantes Video, - neutral, aber sehr informativ:
https://www.youtube.com/watch?v=pzZ7baBZyDQ
Warum schreibe ich das alles überhaupt? Es sind doch Binsenweisheiten, die jeder wissen müßte, der sich nicht nur über die von der Regierung gelenkten Mainstreams informiert.
Ich schüttle nur manchmal den Kopf, wenn ich diese Berichte lese. Auch ich zähle mich zu den Idealisten. Aber ich zäume das Pferd nicht von hinten auf. Ich versuche, gerade den jungen Leuten das zu geben, was sie brauchen, um nicht auf den blödsinnigen Gedanken zu kommen, in Deutschland Asyl zu beantragen.
Ich lebe in Rumänien, und versuche, im Baunebengewerbe im dualen System ein Ausbildungssystem aufzubauen. Denke, dass ich mit 50 Jahren Berufserfahrung was weitergeben kann. Das Problem dabei ist: Es interessiert keinen. Weder den Staat, noch die Politiker (egal, ob Deutschland oder Rumänien), schon gar nicht die hier tätigen Baufirmen aus Deutschland. Ich bin in unserer Branche ein absoluter Einzelkämpfer.
Ich muß mühsam versuchen, dafür Geld zusammenzukratzen, dass ich aus meinem eigenen Betrieb abzweige. Meine Logik ist ja eine ganz andere: Es werden vorbildlich ausgebildete Fachleute produziert, die nicht nur als Facharbeiter, sondern bereits von Anfang an als Vorarbeiter in Erscheinung treten. Dadurch sind diese Leute in der Lage, anderen - Ungelernten - mit Hilfe ihrer Kenntnisse eine Möglichkeit zu bieten, ihr Brot durch ihrer Hände Arbeit zu verdienen, - und das in ihrem Heimatland.
Wie gesagt, nicht spektakulär, - aber dafür interessiert sich kein Mensch. Wo ich schon überall wg. Geld (z.B. für die Übersetzung der Berufsschulunterlagen vom Deutschen ins Rumänische, etc. etc.) angeklopft habe, und welche Antworten ich bekommen habe, auch von den ach so engagierten Ministerien - das würde bereits jeden anderen zermürben. Mich nicht. Ich mache weiter.
Aber die Verlogenheit unserer Zeit regt mich irgendwie auf. Würde ich mir irgendwas mit Immigranten oder Asylanten aufs Panier schreiben, dann würde der Geldsegen fließen. So aber mache ich "nur" was für die hier ansässigen jungen Leute, damit sie eben gar nicht auf die Asyl-Idee kommen, - und das ist eben nicht "in".
Schon gar nicht für die in Rumänien tätigen deutschen Firmen, die über EU-Programme einen Haufen Umsatz machen. Die wollen gar keine gut ausgebildeten Leute, weil die dann mehr bezahlen müßten. Die arbeiten lieber mit absolut ungelernten Einheimischen, die sie mit ca. 300 € abspeisen, damit der Reibach stimmt. Wenn dabei (egal, ob im Straßenbau oder sonst wo) ein Haufen Mist produziert wird, - dann nennt man das "Kollateralschaden".
Immigranten gibts hier nicht, - wohl aber einen kleine Anzahl von Asylsuchenden. Das sind die wenigen, die darüber froh sind, dass sie nicht mehr verfolgt werden, also die "echten" Asylanten. Weil die Beträge, die in Rumänien monatlich zur Verfügung gestellt werden, nicht das Ziel sind, das sich die Millionen Immigranten gesetzt haben, die aus ihrer Heimat "geflüchtet" sind.
Vielleicht gefällt das so manchem nicht, was ich hier geschrieben habe, aber es ist die andere Seite der Medaille. Und es ist die Wahrheit.
Klar wurde der Beitrag gelöscht, - nur ein dummer Kommentar blieb:
"Das ist aber ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung!"
Damit meine ich, dass ich bei allem und jedem sehr vorsichtig bin, wenn ich Berichte über irgendwelche Hilfsaktionen lese. Mein Nachteil: ich differenziere, hinterfrage und mache mir so meine Gedanken.
Auch ich habe zusamen mit meinen Jugendgruppen wunderbare Bekanntschaften geschlossen, bei allen möglichen Begegnungen, mit allen möglichen Nationen. Schöne Zeiten, ich werde mich noch daran erinnern, wenn ich mit den Filzpantoffeln im Schaukelstuhl sitze. Aber ich brauche dazu keine Themen, mit denen ich mich vor anderen beweihräuchern kann. Wobei ich das dem Schreiber des Eingangsbeitrags nicht unterstelle, - ich kenne ihn ja nicht. Aber ich weiß, dass es genügend von der Sorte gibt.
Die Leute, die damals bei der Flutkatastrophe in Sachsen usw. tätig waren, die haben keine Facebook-Seiten geschrieben, die sind so gar nicht in Erscheinung getreten. Die waren einfach da,- weil geholfen werden mußte. Die meisten kennt man gar nicht, wenn nicht irgendjemand jemanden aus der Gruppe für irgendeine Ehrung vorgeschlagen hat.
Wie gesagt, - ich habe manchmal eine andere Sichtweise über manche Dinge. Bitte um Entschuldigung dafür!