Ich war quasi dabei, als das DSD aus der Taufe gehoben

Balu, Dienstag, 01.09.2015, 21:29 (vor 3847 Tagen) @ CrisisMaven2558 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 02.09.2015, 15:41

wurde.

Es ging um nichts anderes, als Industrie und Handel von jedweden ökologischen Forderungen hinsichtlich ihrer Warendarbietung zu befreien. Der Preis für den grünen Punkt wurde auf den Warenpreis drauf geschlagen, der Verbraucher hat´s zu zahlen, basta!

Ansonsten habe ich dem Beitrag von CM nicht viel mehr hinzuzufügen außer, dass nur wir Konsumenten mit unseren privaten Haushaltungen dem Anschlusszwang der staatlich verordneten Müllentsorgung unterliegen. Unternehmen können sich jedes x-beliebigen Entsorgungsunternehmens bedienen.

Das haushaltsnahe getrennte Sammeln der verschiedenen Müllfraktionen ist ein Anachronismus weil 1. die haushaltsnahe Mülltrennung nicht funktioniert und deswegen aller Müll maschinell nachsortiert werden muss und 2. automatische Anlagen gemischten Müll heute perfekt sortieren.

Technisch wäre es also durchaus möglich, die Sammelfahrten für Müll, Papier, Gelber Sack (grüner Punkt), Elektrokleingeräte, etc. zu bündeln - doch wozu?

Aber: Das DSD und der grüne Punkt ist quasi Gesetz und dank dieses Gesetzes werden Mrd. € Umsätze getätigt. Lange Jahre gab es keine Ausnahmen von der Strategie der haushaltsnahen Mülltrennung, trotz schon damals gut funktionierender automatischer Verfahren.

Das System Herhof / Trockenstabilat gestattet es, den Müll unsortiert einzusammeln, zu vergären und anschließend daraus die einzelnen Fraktionen zu sortieren. Den Rest wird als Ersatzbrennstoff verkauft. Die Stadt OS betreibt eine solche Anlage.

Hausmüllähnlicher Gewerbemüll wird in Gießen eingesammelt und in einer vollautomatischen Sortieranlage in mehrere Fraktionen getrennt. Der Rest wird in drei Fraktionen sog. Ersatzbrennstoffe sortiert, nieder-, mittel- und hochkalorisch, bspw. für die Zementindustrie.

Der staatliche Müllsortierwahn führte dazu, dass die vor rund 25 Jahren gebauten Müllheizkraftwerke alle am Tropf hängen. Bei ihnen kommt quasi nur mehr niederkalorischer Brennstoff (Nassabfall, Bioabfall, etc.) an. Das gut brennbare Material wie Papier, Erdöl- und Erdgasderivate wie Kunststoffverpackungen etc., wird vorher aussortiert und vermarktet.

Den lukrativen Teil Sortierung und Vermarktung der energetisch hochwertigen Fraktionen haben sich inzwischen die großen player, wie E.ON, RWE, SUEZ, VEOLIA, aufgeteilt. Der schwer brennbare Dreck wird hingegen überwiegend in kommunalen Anlagen verbrannt. Das Einzugsgebiet solcher Müllheizkraftwerke ist gigantisch. Der Dreck wird über zig km ran gekarrt. Der ihnen bei der Planung (in den 80-Jahren) zugrunde liegende Massedurchsatz liegt nicht selten bei 250.000 Jahrestonnen und mehr.

In Pirmasens, am äußersten südwestlichen Zipfel, dem Saar-Pfalzkreis steht eine solch überdimensionierte Anlage. Sie thront hoch oben über der Stadt wie ein Mahnmal.

Alle Müllheizkraftwerke müssen heute mit Fremdfeuerung (Gas, Öl) betrieben werden. Im Gegensatz zu einem Kraftwerk, welches ausschließlich für Kohle-, Öl- oder Gasbetrieb, errichtet wurde, leiden die MHKW auch noch in ihrer Wirtschaftlichkeit. Aber egal, die Kosten werden halt auf die angeschlossenen Haushalte umgelegt.

Müll ist das Bsp. für die Verbindung von Staat und Kapital. Erst verordnet man den Kommunen/Lkrs. Investitionen für Müllheizkraftwerke in Mrd.-Höhe, dann entzieht man denen per Gesetzt die wirtschaftliche Grundlage und überlässt die lukrativen Geschäfte dem Kapital. Der Dreck und seine Kosten werden sozialisiert.

Müll ist dank der Töpferschen Gesetze heute ein Mrd.-Geschäft. Das zurückzudrehen und auf rein technische Funktionalität zu reduzieren, würde kein Politiker überleben, dafür geht´s um zu viel Geld.

Hurra D´schland.

Gruß

Balu

--
Nie wieder CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke.
Die wahren Feinde eines Volkes sind seine Terroristen, die sich als Politiker, Richter, Staatsanwälte, Polizei und Verwaltungsangestellte tarnen. Der Staat als einziger Hort allen Terrors.


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