Willkommen! Die vier zentralen Ehrbegriffe der Orientalen (ed - Pispers tippt auf Neid der deutschen Machos)
Hallo papi,
Willkommen. Es ist doch ganz egal, woher jemand stammt: Für dieses Forum zählt der Ausstausch kluger Idee, wenn ich es recht verstand. Auch wenn das unten ein Leser nicht verstehen kann: Natürlich wird alles kritisch zerhakt. Genau so muss es sein.
Und: Nur weil Deine halbe Verwandschaft auf der Türkei stammt (habe viele tolle Türken kennen lernen dürfen), heißt es doch nicht, dass Du das kennst, was ich da unlängst las (interessanterweise dieses Mal in einer Studiersitzung von Monet, bis zu Anton Tschechow !! und Levitan - das ist was für Russlandliebhaber!):
Namus ist in vielen orientalischen Gesellschaften neben Achtung, Respekt, Ehre und Würde ein zentraler Wert. Im weiteren Sinn bezeichnet Namus die Familienehre und ist für die innerfamiliären Autoritätsbeziehungen von großer Bedeutung. Im engeren Sinn bezieht sich Namus auf die sexuelle Unberührtheit der unverheirateten weiblichen Familienmitglieder und ist damit stark geschlechtsspezifisch. Da die Überwachung der weiblichen sexuellen Unversehrtheit jedoch traditionell den männlichen Verwandten (Väter, Brüder) obliegt, bedeutet die Verletzung der weiblichen Namus zugleich eine Verletzung des öffentlichen Ansehens der männlichen Verwandten.
Eine Verletzung der Familienehre bzw. Namus, sei es von innen heraus durch unangepasstes Verhalten eigener Verwandter (sexueller oder krimineller Art), oder von außen durch Fremde (zum Beispiel in Form von tätlichen oder verbalen Angriffen auf Verwandte), bedroht stets auch die persönliche Ehre der übrigen Familienmitglieder. usw."
Åžeref (türkisch Ehre, Ansehen, Achtung) ist eine der vier ethischen Kategorien, die für das Wertgefüge in der traditionell-islamisch-türkischen Kultur von zentraler Bedeutung sind. Der Begriff steht für die persönliche Würde des einzelnen Individuums; darüber hinaus gestaltet er die Beziehungen eines Haushaltes zu anderen Haushalten. usw."
Sevgi (türkisch: Liebe) ist eine der vier ethischen Kategorien, die für das Wertgefüge in der traditionell islamisch-türkischen Kultur von zentraler Bedeutung sind. Sie bezieht sich auf die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder bzw. die Verantwortung der älteren Geschwister für die jüngeren. Im Gegenzug schulden die jüngsten den älteren Familienmitgliedern Achtung und Respekt in Form von Saygı."
usw. und toleriert ihr bestimmtes Verhalten und bestimmte Unarten nicht, wie Du schreibst.
Und was bedeutet Verwandschaft wirklich, jeweils individuell, traditionell, modern, liebevoll, ent- und gespannte Verhältnisse...
Freue mich natürlich, wenn Du uns was dazu sagen kannst, aber verstehe ebenso, wenn Du sagst, dass andere Dinge eher Dein Thema sind.
(Sowie: auch für die Korandiskutanten unten - ein weiteres altes furchterregendes Buch, geschrieben immer nur durch Menschen, noch diese Geschichte https://de.wikipedia.org/wiki/Bacha_bazi . Nun muss man aufpassen, um nicht schräge Dinge - oder zumindest welche, die einen hier oder nun so vorkommen; die es in der Geschichte nahezu jeder Kultur gibt, nicht zum allein Kennzeichnenden einer Kultur macht. Das macht keinen Sinn, denn eine Gesellschaft ist, zumal eine schier ewigwährenden Entwicklung durchlaufen zu haben und komplexe Zustände schaffend, eben vielschichtig - und Reduktionen machen, zum Glück auch erfahrungsgemäß, wenig Sinn.)
Wie auch immer: Freue mich auf den Austausch, gern auch zu anderen Sachen.
Aber wenn Du etwas zu den hier Vorgelegten sagen willst, dann wäre das natürlich Klasse. Du kennst es vielleicht aus der eigenen Anschauung.
Viele freundliche Grüße
azur
Edit: Vergass ja den 'mit am besten Text', das vierte Element:
Saygı (türkisch: Achtung, Respekt) ist eine der vier ethischen Kategorien, die für das Wertgefüge in der traditionell islamisch-türkischen Kultur von zentraler Bedeutung sind. Sie regelt die Beziehung der Jüngeren zu den Älteren beziehungsweise der Kinder zu den Eltern.
Laut Werner Schiffauer schulden Kinder in ländlichen islamischen Gesellschaften Eltern Respekt und Achtung. "Diese Forderung gründet sich auf die Tatsache, dass das Kind sein Leben den Eltern verdankt und von diesen während der ersten Lebensjahre genährt und gepflegt wird. Diese einseitige und prinzipiell nicht wiedergutzumachende Gabe der Eltern begründet auf der Seite des Kindes die Pflicht der Achtung (saygı)", wobei im Türkischen mit Achtung weniger ein Gefühl gemeint sei als "eine umfassende Verpflichtung, die neben Gehorsam und Respekt auch die Verpflichtung der Unterstützung im Alter umfasst und die durch zahlreiche und detaillierte Handlungsvorschriften ausgedrückt wird". So beispielsweise durch "das Verbot, in Gegenwart derjenigen, denen man Achtung schuldet, Alkohol zu trinken, zu rauchen, generell sich gehenzulassen, ihnen zu widersprechen etc.". Entsprechend sei nie die Rede davon, dass "Achtung ‚empfunden‘ (duymak bzw. hissetmek) werden müsse", sondern immer nur davon, dass sie "‚gezeigt‘ (göstermek) werden müsse". Ebenso, wie es gelte, die "Integrität des anderen zu respektieren" (es sei denn, man lege es auf eine Auseinandersetzung an), sei es notwendig, "dem anderen keinen Zweifel an der eigenen Integrität zu geben". Dies gebe dem Handeln einen repräsentativen und formalen Zug. Eine Familie müsse vor allem darstellen, "dass die Beziehungen nach innen der Norm gehorchen". So werde die Achtung (saygı), die die Familienangehörigen dem Vater schuldeten und die als Garant für die Geschlossenheit der Familie gelte, "ebenso gefühlt wie gezeigt (göstermek). Man raucht nicht in Gegenwart des Vaters; setzt sich nicht entspannt hin, wenn er im Raum ist; schweigt, wenn Dritte anwesend sind; widerspricht ihm nicht". (Die Bauern von Subay, S. 27f., 55.)
Literatur
Die Bauern von Subay. Das Leben in einem türkischen Dorf, Werner Schiffauer, Klett-Cotta, Stuttgart, 1987"
Interessant, oder?
Viele Zugezogene, vor Jahren oder nun, haben offenbar nicht den Eindruck, dass die Menschen hier Respekt verdient haben.
Und wenn sie dann Sorge haben, z. B. alte Leutchen in Heidenau, dann müssen sie "Rechte" sein, nur weil irgendwelche Dummköpfe es anders nicht verstehen können oder man die Bürger dort gern mundtot machen will. Deren Protest sich aber ebenso gegen ein dummes Straßen- oder Erschließungsprojekt richten würde, ohne dass sie dafür irgendwie links oder rechts oder sonst-etwas sein müssen. Dabei wollen die einfach ihre Ruhe, und gefragt werden, wenn ihre Verhältnisse beeinträchtigt werden. Zumal es sich ja, wie alle Stellen von Oben vermelden, nur die Anfänge sind. Ist das so schwer nachzuvollziehen? Ist das nicht legitim, wenn die ihre friedlichen Verhältnisse verteidigen wollen? Sind die egal?
Achja: und der Pispers tippt in einem Video darauf, dass die, die "ausländerfeindlich seien" (vemrutlich reicht auch da schon Skepzis und Hinterfragen), nur neidisch auf das Verhältnis von türkischen Männern zu türkischen Frauen sein. Das ist doch mal ne Logik. Der erzählt hin und wieder mal richtigen Schwachsinn. Na wenigstens ihm scheint die Erklärung zu reichen.
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