Noch ein Nachtrag zur Situation in Bayern

Leser68, Montag, 17.08.2015, 22:55 (vor 3811 Tagen) @ modesto2272 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 23:02

In Bayern wurden glaube ich vor ca. sieben Jahren in den Schlachtbetrieben nach und nach die Facharbeiter durch billige Aushilfskräfte aus Osteuropa ersetzt - Dank irgendeiner neuen EU-Freizügigkeitsregelung.

Im gleichen Jahr oder im Jahr davor oder danach gab es trotz hoher Milchpreise ein Preisdumping für bayerische Milchviehhalter. Der Grund war, dass die bayerischen Molkereien (in Grenznähe) bevorzugt billige tschechische Milch aufkauften für ca. 9 Ct pro Liter Vollmilch. Der Grund war, dass die tschechischen Milchbauern aufgrund von Inflation im eigenen Land mit diesem niedrigen Preis immer noch besser bedient waren als mit dem im eigenen Land.

Auch in 2008 gab es aufgrund des hohen Ölpreises (bis ca. 150 Dollar pro Barrel im Frühjahr) entsprechend hohe Preise für Getreide und Ölsaaten (Rapsöl). Dadurch konnten die Bauern in Deutschland sehr gute Einnahmen verzeichnen. Die Bezahlung (EU-Prämien?) kommt aber immer erst einige Monate nach Ablieferung der Ernte. In diesem Jahr war es so, dass der bayerische Staat die EU-Prämien/die Vergütung für die Ernte um genau so viel kürzte wie die Bauern mehr verdient hatten.
Dadurch wurden mehrere Dinge recht deutlich: Dieses EU-System ist ein absoluter Schwachsinn bzw. die nationale und die EU-Politik haben vor allem die Niederhaltung der kleinen und mittleren Unternehmen im Sinn und zweitens hat die Politik doch sehr viel Macht - entgegen der bekannten Äußerung von Herrn Seehofer bei einer Fernseh-Sitzung mit Herrn Pelzig darüber wie machtlos die armen Politiker doch seien.

Auch die Absetzung des ADAC-Präsidenten aufgrund von Manipulationen bei ADAC-Statistiken (vermutlich im Auftrag der Automobilindustrie) durch die Zusammenarbeit von Politik und Medien, nach einer Kampagne des ADAC gegen die Pkw-Maut (zurecht, weil die Staatseinnahmen durch Kfz-Steuer und Energiesteuer/Mineralölsteuer wesentlich höher sind als die Ausgaben für den Kfz-Verkehr), zeigt, dass Politik im eigenen Land sehr wohl Macht hat.


In Bayern aber auch in vielen anderen ländlichen Gegenden sind die Immobilienpreise seit Jahren im Sinkflug, weil alle Menschen in die Städte wollen. Was viele einmal als Altersvorsorge geplant hatten, das eigene Häuschen, entpuppt sich jetzt höchstens noch als Klotz am Bein bzw. nur noch als ein gewisses Zubrot zur schmalen Rente.

Vielleicht dreht sich der Trend der Landflucht bald um, wenn das Erdöl bzw. die Energie im Allgemeinen bald wieder deutlich teurer werden und sich das Wissen um die Möglichkeiten der biologischen Landwirtschaft endlich in großem Maße verbreiten.


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