Keine Strategie?

Leserzuschrift, Donnerstag, 09.07.2015, 20:34 (vor 3899 Tagen) @ aliter5244 Views

Der Ausgangspunkt, dass die Kanzlerin ohne Strategie verfährt, würde bedeuten:

Eine unscheinbare Person hat es geschafft, sich an die Spitze einer katholisch geprägten Politik-Veranstaltung zu setzen und dort auch zu bleiben, und das mit protestantischem Background. Planlosigkeit hätte auch dazu geführt, dass sämtliche anderen Euroländer einen Weg gehen, der zum Scheitern verurteilt ist und unter dem sie selbst der Leittragende sind (inklusive Griechenland). Und so ganz ohne Strategie wäre die Kanzlerin zur "mächtigsten Person" des Globus aufgestiegen.
Ich gebrauche hier nur das Attribut, welches ihr der Rest des Globus aufdrückt. Und wer dies nachvollziehen will, sollte mindestens auf die Stimme des nicht zu Europa gehörenden Auslandes hören. Für dieses steht seit Jahren schon fest, dass Europa mit eiserner Faust durch Berlin geführt wird.
Der Kanzlerin das Fehlen einer Strategie zu unterstellen, erachte ich als ziemlich planlos.

Und was die ewige Marionetten-Theorie angeht. Da muss man dann überlegen, was man möchte? Wenn Merkel seit Jahr und Tag US-Marionette gewesen sein soll, dann hat sie demzufolge auch genau darauf hingesteuert - ganz im Sinne der Befehlsgeber - das Griechenland jetzt soviel Wert ist, wie eine Tüte Haribo. Doch bitte warum sind dann jetzt ausgerechnet die USA so aus dem Häuschen? Mit einmal gibt es die viel zitierte Lösung um jeden Preis doch nicht, auf die gerade so viele US Anleger setzen. Hoppla.
Selbiges ist schon bei der Entlassung des ESM passiert oder bei der Zinspolitik der EZB oder bei dem hinterm Berg halten des ABS-Programmes. Eine USA-nahe Ausrichtung ist hier absolut nicht auszumachen, das Gegenteil ist der Fall.

Wer Cui Bono auf ein schon vordefiniertes Ziel anlegt, muss auch zwangsläufig scheitern. Er verfährt wie ein Polizist, der unbedingt Bauer Lindemann verurteilt sehen möchte.

Wer aber vollzogene Taten und deren unabdingbaren Auswirkungen auf die eine Seite stellt und auf die anderen Seite nicht in das Übliche: "die sind ja Dumm, die wissen nicht, was sie tun", verfällt, erkennt sehr wohl, welche Strategie hier anliegt.

Persönlich: Das Gelbe Forum hat eine Vorreiterrolle in der deutschsprachigen Blog-Szene. Was die Beurteilung und Interpretation der deutschen Positionen angeht, so hat das Gelbe aber schon lange den Pfad der Tugend verlassen. Die Bequemlichkeit, auf eine evangelische Pfarrerstochter einzuschreiben, die eine anachronistische Alt-West Männerwelt durcheinander brachte, überwiegt. Ob der Verlust an Deutungshoheit im Gelben ausgeglichen werden kann, weiß ich nicht. Ich wette aktuell aber nicht darauf, wenn selbst kurz vor Schluss immer noch nicht erkannt wird, wohin der Hase läuft.

Weitere Ausführungen gerade in Bezug zur aktuellen Lage sind hier bereits hier und ff. veröffentlicht:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360171&page=1&category=0&or...

Herzlichst

RK


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