Der ewige Widerspruch

CalBaer, Dienstag, 30.06.2015, 19:14 (vor 3855 Tagen) @ BillHicks1335 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 30.06.2015, 19:29

Etwas Kontext dazu:
http://porcfest.com/about/


Daraus: "... the maximum role of government is the protection of life,
liberty, and property"

Schließt die "protection of life" ein, dass Menschen niemals so viel
genommen werden kann - durch die "protection of property" - dass ihr Leben
(water, food, shelter) dadurch bedroht wird? Wer setzt denn "protection of
life" durch?
Was genau ist denn mit "liberty" gemeint? Vertragsfreiheit?

Da musst Du diejenigen fragen, die Du zitiert hast, was genau damit gemeint ist. Ich denke, sie stuetzen sich damit auf die US-Verfassung.

Ist die "protection of life and liberty" nicht ein eklatanter ein
Widerspruch zur (unlimitierten) "protection of property"?
Was sagt man einem, der auf "protection of property" als
Sklaveneigentümer besteht?

Man kann eine Zivilordnung nicht mit diesen drei Begriffen allein definieren, dazu gibt es Verfassung, Gesetze, Gerichte, die die Details klaeren. Wie der einzelne Satz mit den drei Begriffen genau gemeint sein soll, dafuer braucht es sicher auch genauere Erlaeuterungen derjenigen, die ihn geschrieben haben.

Kann man denn nicht durch erstaunlich simple Berechnungen zeigen, dass die
"protection of property" (Eigentumsdurchsetzung) und der Zeitablauf eine
solche Konzentration von Eigentum produzieren, dass die Gesellschaft, die
ausschließlich diese oben genannte Regel durchsetzt, als Gesellschaft
zerfällt in eine immer kleiner werdende Teilmenge der "Haves" (die dann
immer lauter nach Eigentumsdurchsetzung schreien werden) und einer immer
größer werdenden Teilmenge der "Havenots" (die immer lauter nach
Rückumverteilung schreien werden; bis hin zur Zerstörung der
Eigentumsgesellschaft, wenn der Druck groß genug ist)?

Deswegen kommt es immer wieder zu Revolutionen, welche Eigentum neu definieren. Der Widerspruch zwischen Liberty und Property wird geloest. Andersherum benoetigt es Eigentum zwingend um zu Wirtschaften, mit denen Zivilgesellschaften erst entstehen koennen. Es ist ein staendiges hin und her.

Würden im Zusammenhang analysierende, systemisch gebildete Gesellschaften
solche Widersprüche in der Regelanlage nicht erkennen?
Eine Gesellschaft mit dem Anspruch auch perspektivisch funktionieren zu
können sollte sich Regeln geben, die sich nicht bereits in der Anlage
selbst widersprechen.

Es wird keine Zivilgesellschaft geben, die diesen Widerspruch nachhaltig loesen kann, nur in einer post-zivilisatorischen Stammesgesellschaft waere es moeglich.

Wo werden diese Zusammenhänge und Dynamiken thematisiert und
reflektiert?

Wenn nicht hier, wo sonst?

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
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