Das Ironische dabei: (mT)

DT, Dienstag, 30.06.2015, 08:17 (vor 3857 Tagen) @ HansMuc3260 Views

Spionage im Bereich A (Telekommunikation und Netzwerktechnik) hätten sich die Amis sparen können.

Denn bis zu den 1990er Jahren war "Ma Bell" mit ihren Bell Labs weltweit führend bei Kommunikations- und Netzwerktechnik. Dann haben jedoch die Erbsenzähler und Controller die Oberhand bekommen und das Telekom-Monopol zerschlagen. Dadurch mußten auch die Bell Labs dran glauben. Dort wurde zum Beispiel der Transistor erfunden sowie der Halbleiterlaser, der heute jede Telekommunikations-Glasfaserleitung mit Licht versieht.

Daraus wurde dann 1999 "Lucent Technologies", und der Telekom-Bust von 2002 ff. hat denen den Rest gegeben. Altgediente Experten und Pioniere wurden reihenweise entlassen und sind an US Unis gegangen, aber eine einmalige kritische Masse wurde zerschlagen. Wäre das in D passiert, hätte ich an die Hintertanen geglaubt, aber daß sich die Amis das selber angetan haben, ist beinahe unfaßbar. Das kommt davon, wenn Finanzexperten die Oberhand über eine kritische Technologie bekommen.

Lucent Technologies mußte dann mit Alcatel (frz.) fusionieren, die hatten vorher schon in Deutschland zB. Standard Elektrik Lorenz übernommen, die einst in Stuttgart Tausende von Mitarbeitern hatten.

Jetzt heißen die Alcatel-Lucent und haben einen frz. Chef. Somit sollten eigentlich Franzosen und Amis zusammenarbeiten und die Spionage der NSA sollte überflüssig sein.

Jetzt kommt aber der Clou: da schon lange keine Amis mehr für einen Appel und ein Ei die Forschungs-Drecksarbeit machen wollen, lange Arbeitsstunden und Bezahlung die kaum über Putzfrauen-Niveau liegt, jedenfalls in Deutschland, wurden in den 90ern (solange liegen die strategischen Fehler zurück!!) massenhaft Chinesen als Doktoranden und Postdocs in den Bereichen der Netzwerktechnologie und Glasfaser-Laser angestellt. Diese haben dann später bei Bell-Labs bzw. Lucent gearbeitet. Als diese zerschlagen wurden bzw. Lucent massiv Leute entlassen hat, sind die zurück nach China gegangen.

Dort wurde dann mit extremer High-Tech Brainpower und Frontier-Know-How u.a. die Firma Huawei gegründet. Jeder, der einen Wifi Stick hat oder ein eingebautes Wifi in seinem Computer hat Huawei-Technologie drin. Wenn man durch die Dörfer in D fährt, wo "High-Speed Internet" kommt, sieht man große Kisten mit Huawei-Equipment. Das ist nämlich am weitesten entwickelt und kommt direkt aus China. Nix mit "Kopien und Nachbauten" und dem ganzen Blabla.

Was macht jetzt Alcatel-Lucent? Sie müssen Huawei-Bauteile kaufen, diese aufschrauben und versuchen, mit Reverse-Engineering auf den Stand zu kommen, den ihnen die Chinesen, von denen einige einmal ihre eigenen Leute waren, vormachen.

In USA sind Huawei Bauteile verboten bei kritischer Infrastruktur, da befürchtet wird, daß dann die Chinesen direkt mithören können, so wie das die NSA mit CISCO etc. schon lange macht.

Da nützt auch die beste NSA und ihre ganze Spioniererei nichts mehr.
Kommt mir so vor wie die Stasi in DDR Zeiten, die den Fall der Mauer mit ihrer ganzen Spioniererei auch nicht verhindern konnte. Man mußte nur mit offenen Augen durchs Land gehen und den gesunden Menschenverstand einschalten, um zu sehen, was los war. Anscheinend haben die Bonzen so sehr in ihrer Wandlitz-Welt gelebt, daß sie das nicht mehr gesehen haben, außer vielleicht Markus Wolf und ein paar anderen. Mielke ("aber ich liebe Euch doch alle") und Honecker sicher schon lange nicht mehr.

So ähnlich muß es wohl Merkel gehen, die in ihrer Berliner Welt lebt mit Schlössern und Museen und die schon lange nicht mehr weiß, wie es ist, wenn in Duisburg Maxloh der Muezzin vom Minarett ruft.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.