Tsipras - ein Wendehals?

helmut-1, Siebenbürgen, Mittwoch, 24.06.2015, 06:01 (vor 3861 Tagen)2892 Views

Die letzte aktuelle Meldung aus Athen bekam ich gestern:

Tsipras hat den Kreditgebern eine Reformliste eingereichtet, die eine harte Verteuerung für uns (7,3 Milliarden) plus Privatisierungen beinhaltet. Er hat sich für den Euro entschieden, der sowieso gescheitert ist, nur die Löhne und Renten hat er nicht berührt. Es sieht so aus, das wir ein drittes Memorandum bekommen, d.h. weitere harte Sparmaßnahmen, für ein Volk, das ganz am Ende ist, harte Sparmaßnahmen für einen weiteren Kredit, das aus Geldern der europäischen Steuerzahler kommt, das wiederum Banken kassierten, egal ob griechische , deutsche oder französische . Und der westliche Bürger begreift immer noch nicht, dass er nicht uns, sondern das EU-Bankensystem rettet und dass auch er selber bald das gleiche Elend wie mit uns erleben wird.

Hier schläft keiner mehr ruhig. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wenn ich mir überlege, dass mein Mann immer noch eine feste Arbeit hat, regelmässig und für die heutigen Verhältnisse gut bezahlt wird und ich auch dieses Jahr gearbeitet habe und dass wir trotzdem unsere Lebenskosten ohne zusätzliche Hilfe von meinen Eltern nicht hätten decken können, wie schlimm muss es erst bei den anderen sein.

Ich treffe immer Leute vor dem Supermarkt, auch in der U-Bahn, die mich ansprechen und zu mir sagen "wir möchten kein Geld, nur Lebensmittel, das billigste, was es gibt..." Und ich helfe, alle helfen, man kann aber das Problem nicht mit Almosen lösen. Und ich kann nicht ruhig schlafen ...Ich komme mir wie eine Egoistin vor. Ich habe ein Dach über meinem Kopf, ich kann in einem Bett schlafen, ich kann duschen, ich habe genug zu Essen...Es ist gegen die Würde des Menschen, das was hier passiert.

Ich verstehe Tsipras nicht. Wir wissen nicht, was für einen Plan er hat. Er informiert das Volk nicht. Hat man ihn bedroht und deswegen hat er nachgegeben? Manche sagen hier, dass die Kreditgeber seine Reformliste nicht akzeptieren werden, weil sie eben alles haben wollen.

Die Kreditgeber üben einen übermässigen Druck auf uns aus, der nicht auszuhalten ist. Das ist deren Fehler. Wenn der Druck so hoch ist, steht man auf. Man hat nichts mehr zu verlieren, weil man alles verloren hat. Und wenn man alles verloren hat, hat man keine Angst mehr.

Macht nachdenklich, was ich da lese. Paßt aber mit dem Inhalt des links zusammen, den ich bereits weiter unten veröffentlicht habe:

http://www.goldseiten.de/artikel/249272--Griechenland-eroeffnet-Ihnen-einen-Blick-in-di...


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