Konsequent denken
Radikal zu Ende gedacht hat die Mehrheit niemals Macht gehabt.
Ja, das stimmt natürlich, das ist aber, wenn es heute noch besteht, die Folge des nicht radikal zu Ende gedachten demokratischen, auf Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen beruhenden Denkens.
Dieses führt zur Auflösung der überkommenen Machtstrukturen. Staat mit Parlament und Volksabstimmung ist dann nur noch der Verwalter des Rechts im eigentlichen (engeren) Sinne, in dem aber keine inhaltlichen Handlungsanweisungen für das Leben in Kultur und Wirtschaft enthalten sein dürfen, welche die Selbstbestimmung des freien Bürgers aufheben. Das Recht betrifft eigentlich nur den Teil des menschlichen Handelns, der sich auf die äußere und innere Sicherheit, den Schutz vor Übergriffen in die seelische und körperliche Integrität des Menschen bezieht. Alle gesetzlichen Regelungen, die darüber hinausgehen, sind vor dem unveräußerlichen Grundrecht der Freiheit und Selbstbestimmung, die des Menschen Würde ausmacht, Unrecht im Kostüm des Rechts.
Kultur und Wirtschaft müssten vom so verstandenen Staat relativ verselbständigte eigene Lebensbereiche sein, die sich nicht vertikal anordnend, sondern horizontal vereinbarend und koordinierend selbst verwalten. Nur dann wäre die Freiheit gewahrt, die vom Staat zu schützen, aber nicht auszuhebeln ist. Der Macht-Einheitsstaat wäre in drei von einander relativ unabhängige Lebensbereiche aufgegliedert, die sich zu einem Ganzen ergänzen und vom Rechtsrahmen eingefasst sind.
Eine Herrschaft von Wenigen über die Mehrheit wäre damit strukturell ausgeschlossen. Ein solches Ideal wird und würde natürlich von den jetzigen Machtpsychopathen heftig bekämpft, weil es ihnen die Basis für ihre kriminellen und tödlichen Macht-, Unterdrückungs- und Ausbeutungsspiele entzöge.
Gruß
Falkenauge